ArchivDeutsches Ärzteblatt34-35/2006Todesstrafe: Vergleich mit dem Ungeborenen
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LNSLNS Der Beitrag über Zwischenfälle beim Vollzug der Todesstrafe in den USA mit Giftspritze trägt den Titel „Ein Tier genießt mehr Schutz“. Dies ist exakt auch die Situation ungeborener Kinder in unserem Land. Während gemäß Tierschutzgesetz Wirbeltiere nur aus vernünftigem Grund getötet werden dürfen, bedarf es bei uns zu einer Abtreibung lediglich eines Papiers, das eine Schwangere bereits erhält, wenn sie sich lediglich auf einer Beratungsstelle einfindet, ohne einen Grund zu nennen oder gar glaubhaft versichern zu müssen. Das Ungeborene erfährt beim Abort in der Praxis, anders als das Tier, auch keinen Narkoseschutz, obwohl der Wissenschaftliche Beirat der Bundes­ärzte­kammer schon 1991 ein ab der achten Schwangerschaftswoche sich entwickelndes Schmerzempfinden des Kindes festgestellt und daher anästhesiologische Maßnahmen empfohlen hat. Nicht einmal dem Bundesverband der Frauenärzte liegen Informationen über die Befolgung der Empfehlung vor . . .
Dr. iur. Werner Esser, Grimmelshausenstraße 24, 50996 Köln
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