ArchivDeutsches Ärzteblatt34-35/2006The Public Financing of Pharmaceuticals: An Economic Approach

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The Public Financing of Pharmaceuticals: An Economic Approach

Puig-Junoy, Jaume

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LNSLNS Ökonomie: Wohltuend differenziert
Jaume Puig-Junoy (Hrsg.): The Public Financing of Pharmaceuticals: An Economic Approach. Verlag Edward Elgar, Cheltenham/Northampton, 2005. 255 Seiten, 133 €
Wer sich über tagespolitische Aktualitäten hinaus ernsthaft für das komplexe Thema der Regulierung pharmazeutischer Märkte interessiert, wird die von einer Gruppe spanischer Gesundheitsökonomen um den in Barcelona lehrenden Jaume Puig-Junoy vorgelegte Übersicht mit Gewinn in die Hand nehmen. Gewiss beziehen sich zahlreiche Beispiele auf den spanischen Arzneimittelmarkt. Doch gelingt es Puig-Junoy und seinen Koautoren, unter anderem mit einer Fülle internationaler Vergleiche, allgemeingültige Aspekte herauszuarbeiten. Selbst wenn die Verfasser vielfach auf bekannte Arbeiten, zum Beispiel von Patricia Danzon, rekurrieren, bleiben sie in ihren Urteilen unabhängig – und auf wohltuende Weise zurückhaltend und differenziert. Dabei stellen sie schon in der Einleitung klar, dass es „für die zukünftige Finanzierung von Arzneimitteln keinen übleren Feind gibt als die Illusion, ein jeder könne weiterhin mit einer nahezu unbegrenzten (kostenfreien) Versorgung ohne Unterscheidung nach Kosten und Effektivität rechnen“. Spezielle Kapitel sind den Wirkungen von Festbeträgen, einer Selbstbeteiligung der Patienten, der Liberalisierung des europäischen Warenverkehrs bei zugleich unterschiedlich regulierten Erstattungssystemen und schließlich den verschiedenen Methoden der Beeinflussung des Verordnungsverhaltens von Ärzten gewidmet. Neben der Rolle der pharmazeutischen Industrie gilt das Augenmerk den verschiedenen Formen der Budgetierung.
Die Folgerungen sind durchaus ernüchternd, aber gerade deshalb lesens- und bedenkenswert: So zeigen die Erfahrungen in großer Übereinstimmung, dass qualitätssichernden Maßnahmen nur so lange Erfolg beschieden ist, als sie aufrechterhalten werden. Andererseits wird deutlich, dass auch in anderen Ländern Ärzte (und Ökonomen, sei hinzugefügt) mit dem Problem kämpfen, dass kurzatmige politische Eingriffe erfolgen, ohne dass ihre Ergebnisse einer sorgfältigen Ergebniskontrolle (vulgo „Qualitätssicherung“) unterzogen werden. Es liegt auf der Hand: Die ideale Lösung des Problems konfligierender Ziele bei der Regulierung von Pharmamarkt und -industrie scheint es nicht zu geben. Das Buch könnte dazu beitragen, in dieser Situation eine ausgewogenere Balance anzustreben. Michael Schlander
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