ArchivDeutsches Ärzteblatt34-35/2006Medizingeschichte(n): Phytotherapie – Fenchel

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Medizingeschichte(n): Phytotherapie – Fenchel

Dtsch Arztebl 2006; 103(34-35): A-2244 / B-1944 / C-1879

Schott, H.

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LNSLNS ausgewählt und kommentiert von H. Schott

Zitat: „Fenchel (Foeniculum) [1].
Auch sei der Ruhm des Fenchels nicht verschwiegen, der mit kräftigem Spross emporwächst und die Arme der Zweige weit ausstreckt; er schmeckt ziemlich süß und verbreitet auch recht süßen Duft. Wenn Schatten die Augen verdunkeln, soll er nützlich sein; auch soll sein Samen, getrunken mit der Milch einer Mutterziege, Blähungen im Bauch lindern, soll auch prompt die Verstopfung des zaudernden Leibes lösen. Zudem vertreibt die Wurzel des Fenchels, vermischt mit Lenaeischem Trank [2], den keuchenden Husten.“

Aus dem so gennannten „Hortulus“ (11. Kapitel), verfasst um 830 oder um 840; siehe Walahfrid Strabo: De cultura hortorum. Über den Gartenbau. Lateinisch-Deutsch. Übersetzt und herausgegeben von Otto Schönberger. Stuttgart: Reclam 2002, Seite 21. – Walahfrid Strabo (809–849) war ab 839 Abt des Benediktinerklosters auf der Reichenau, wo er auch begraben ist. Sein Lehrgedicht über den Kräutergarten umfasst 23 Heilpflanzen und zeigt, wie heutige Gewürz-, Gemüse- und Zierpflanzen einst primär als Heilpflanzen angesehen wurden. Der „Hortulus“ gehört zu den wichtigsten botanischen Werken des Mittelalters. – [1] Der Fenchel gehört zu den bedeutendsten Arzneipflanzen der Pharmaziegeschichte. Er wird von der Antike bis in heutige Zeit verwandt, unter anderem als Magenmittel, Diuretikum, Augenarznei. Die Samen des Wasserfenchels – in alten Kräuterbüchern als heilkräftig gelobt – kamen erst um 1880 in die Apotheken, als Mittel gegen Husten und Schwindsucht sowie zur Linderung von Blähungen und als Diuretikum. [2] Das heißt: Wein.

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