ArchivDeutsches Ärzteblatt34-35/2006Montelukast bei Asthma-Kindern: Eine Alternative zu inhalativen Steroiden

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Montelukast bei Asthma-Kindern: Eine Alternative zu inhalativen Steroiden

Dtsch Arztebl 2006; 103(34-35): A-2258

Leinmüller, Renate

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LNSLNS Für die Monotherapie von Kindern mit Asthma der Stufe 2 steht eine nicht-steroidale Option zur Behandlung der Entzündung zur Verfügung: Die europäische Arzneimittelbehörde hat die Zulassung des Leukotrien-Antagonisten Montelukast erweitert für Kinder zwischen zwei und 14 Jahren, die an leichtem persistierenden Asthma leiden, anamnestisch keine schweren Asthmaanfälle aufweisen und nicht in der Lage sind, inhalative Steroide anzuwenden.
Dringender Asthma-Verdacht besteht laut Prof. Stefan Zielen (Frankfurt/Main) bei positiver Familienanamnese, kindlicher Atopie und belastungsabhängiger Obstruktion im infektfreien Intervall. RS-Viren (Respiratory-Syncytial-Viren) spielen bei obstruktiven Bronchitiden und Asthma-Exazerbationen im Kleinkindalter eine wichtige Rolle – und sind mit einem Anstieg der Leukotriene verbunden. Diese körpereigenen Bronchokonstriktoren trügen maßgeblich zur Entstehung und Perpetuierung der bronchialen Inflammation bei, erklärte der Pädiater.
In einer einjährigen Präventionsstudie mit initial 768 Kindern ließen sich diese Infekt-assoziierten Asthma-Exazerbationen durch Gabe von Montelukast (Singulair®) deutlich vermindern: bei den zwei- bis fünfjährigen Patienten um 32 Prozent im Vergleich zu Placebo, die erste Verschlimmerung trat rund zwei Monate später auf.
Da die Entzündung wegbereitend ist für die Entwicklung vom pfeifenden Kind zum Asthmatiker, plädierte Prof. Ulrich Wahn (Berlin) für eine frühe antiinflammatorische Therapie mit möglichst guter Verträglichkeit. Dass Montelukast bei Asthma der Stufe 2 eine Alternative zu inhalativen Steroiden sein kann, wurde in einer Studie mit 966 Schulkindern nachgewiesen. Sowohl die Prüf- als auch die Vergleichssubstanz (Fluticasol) erhöhten die Zahl asthmafreier Tage von durchschnittlich 61 auf 84 beziehungsweise 87 Prozent. (Als „asthmafrei“ waren Tage definiert, an denen keine Notfallmedikation oder „ungeplante“ ärztliche Hilfe wegen verschlechterter Symptomatik erforderlich war.)
In einer US-Studie mit „verschärften“ Bedingungen – Ziel war eine Verbesserung des LEV1 um 7,5 Prozent – sprachen die Kinder unterschiedlich auf beide Medikamente an: 17 Prozent reagierten auf beide Substanzen, 23 Prozent ausschließlich auf das Steroid, fünf Prozent ausschließlich auf Montelukast und 55 Prozent auf keines der beiden. Fazit für Wahn: „Der gute Kinderpneumologe benötigt zwei Optionen, um allen Kindern gerecht zu werden, da es in beiden Gruppen Responder und Non-Responder gibt. Wir müssen alle Optionen kennen und alle Register ziehen.“
Dr. rer. nat. Renate Leinmüller

MSD-Symposium „Besonderheiten des Asthma bronchiale im Kindesalter“ im Rahmen der 28. Jahrestagung der Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie in Frankfurt/Main
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