ArchivDeutsches Ärzteblatt34-35/2006Arztpraxis in Wohnhaus: Reines Wohngebiet wird nicht zweckentfremdet

VARIA: Rechtsreport

Arztpraxis in Wohnhaus: Reines Wohngebiet wird nicht zweckentfremdet

Dtsch Arztebl 2006; 103(34-35): A-2260

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LNSLNS Nach Auffassung des Oberverwaltungsgerichts für das Land Nordrhein-Westfalen können in einem Wohnhaus, das in einem reinen Wohngebiet liegt, eine oder mehrere Wohnungen ausschließlich für freie oder ähnliche Berufe genutzt werden, solange das Haus nicht durch eine überwiegend berufliche Nutzung dem Wohnen entfremdet wird. Letztlich ist aber immer eine Bewertung aller Einzelfallgesichtspunkte erforderlich. Im entschiedenen Fall wurde um die Baugenehmigung zur Errichtung einer Arztpraxis im Kellergeschoss eines Wohnhauses gestritten. Das Verwaltungsgericht lehnte den Antrag eines Nachbarn ab, die Genehmigung zu versagen. Es stellte klar, dass die freiberufliche Nutzung von Mehrfamilienhäusern, die in einem reinen Wohngebiet liegen, nicht mehr als die halbe Anzahl der Wohnungen und nicht mehr als 50 Prozent der Wohnfläche in Anspruch nehmen darf. Entscheidend komme es darauf an, dass der spezifische Gebietscharakter auch für das einzelne Gebäude privat bleibe.
Die Nutzung des Kellergeschosses sei zulässig, da das Gebäude insgesamt nicht als gewerblich genutztes Haus erscheine, sodass die obigen Grundsätze gewahrt bleiben. Auch führe die Einrichtung der Praxis nicht zu einem steigenden Kraftfahrzeugverkehr und damit zu einer Gebietsunverträglichkeit dieses Vorhabens. Denn von der Praxis gingen keine Belästigungen aus, die nach der Eigenart des Baugebiets dort selbst oder in seiner Umgebung unzumutbar seien. (Beschluss vom 5. September 2005, Az.: 10 A 3511/03) Be
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