ArchivDeutsches Ärzteblatt34-35/2006Thomas Brandt: Der erste Seniorprofessor

VARIA: Personalien

Thomas Brandt: Der erste Seniorprofessor

Dtsch Arztebl 2006; 103(34-35): A-2261 / B-1961 / C-1893

Hibbeler, Birgit

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Thomas Brandt Foto: LMU
Thomas Brandt
Foto: LMU
Juniorprofessuren sollen dem wissenschaftlichen Nachwuchs den Karriereweg erleichtern und außerdem das Erstberufungsalter senken. Was aber geschieht mit älteren Professoren, denen das starre deutsche Beamtenrecht den Ruhestand verordnet und somit verhindert, dass sie ihre Erfahrungen weiterhin einbringen? Prof. Dr. med. Dr. h. c. Thomas Brandt (63) hat auf diese Frage für sich eine zufrieden stellende Antwort gefunden. Der Direktor der Neurologischen Klinik der Ludwig-Maximilians-Universität München ist Deutschlands erster Seniorprofessor.
Die von der Hertie-Stiftung geförderte Senior-Forschungsprofessur Neurowissenschaften stellt einen interessanten Tauschhandel dar: Brandt verzichtet auf alle hauptamtlichen Funktionen und gibt die ordentliche Professorenstelle vorzeitig frei. Der Ordinarius für Neurologie kann sich somit ganz auf das wissenschaftliche Arbeiten konzentrieren. Dabei handelt es sich in erster Linie um seine Forschung über die vestibuläre Funktion und Okulomotorik. „Viele Berufe haben einen Pflicht- und einen Küranteil. Jetzt kann ich mich ganz der Kür widmen“, sagte Brandt anlässlich der Verleihung.
Für den neuen Lehrstuhl stellt die Hertie-Stiftung eine Million Euro zur Verfügung. Der Fördervertrag für die Seniorprofessur reicht nicht nur bis zum 68. Lebensjahr, sondern kann bis zum Jahr 2013 verlängert werden. Dann wird Brandt 70 Jahre alt.
Die Idee der Seniorprofessur halten viele für zielführend. Auch Bun­des­for­schungs­minis­terin Annette Schavan ist von dem Erfolg überzeugt. Die CDU-Politikerin verlieh die Stiftungsprofessur Mitte Juli in München. Birgit Hibbeler
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