ArchivDeutsches Ärzteblatt34-35/2006Hagen von Briesen: Millionenspende von Bill Gates

VARIA: Personalien

Hagen von Briesen: Millionenspende von Bill Gates

Hibbeler, Birgit

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Hagen von Briesen Foto: privat
Hagen von Briesen
Foto: privat
Der Jubel war groß im saarländischen St. Ingbert: Der Aidsforscher Priv.-Doz. Dr. phil. nat. Hagen von Briesen (45) und sein Team am dortigen Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik werden von der Bill und Melinda Gates Stiftung für ihre Beteiligung an der Suche nach einem HIV-Impfstoff gefördert. Mit der Spende von umgerechnet fast sechs Millionen Euro soll eine der modernsten globalen Kryobanken entwickelt und installiert werden. In diesem Tiefkühl-Archiv sollen bei etwa minus 200 Grad Celsius Viren, Zellen des Immunsystems und daraus abgeleitete Reagenzien zur Entwicklung einer Vakzine weltweit zentral gelagert werden.
Die Summe, die von Briesens Arbeitsgruppe erhält, ist Teil der bislang größten privaten Spende für die Aidsforschung. Rund 227 Millionen Euro stellt die von dem Microsoft-Gründer und dessen Frau initiierte Stiftung zur Verfügung. Damit sollen bisher unabhängig arbeitende Teams bei der gemeinsamen Suche nach einem HIV-Impfstoff unterstützt werden.
„Die Spende bietet die Möglichkeit, viele Einzelkämpfer an einem Strang ziehen zu lassen“, erklärt von Briesen. Auch wenn die Entwicklung eines Impfstoffes gegen die Immunschwächekrankheit bisher nur langsame Fortschritte verzeichnet, gibt sich der Wissenschaftler optimistisch: „Wir sind zum Mond gekommen, dann werden wir auch irgendwann einen Aids-Impfstoff haben.“
Neben der Gates-Spende erhält von Briesen für das Projekt zwei Millionen Euro von der saarländischen Landesregierung und der Fraunhofer-Gesellschaft.
Von Briesen war an der ersten deutschen Isolierung eines HI-Virus im Georg-Speyer-Haus in Frankfurt am Main beteiligt. Später arbeitete der Biologe bei der Welt­gesund­heits­organi­sation und der UNAIDS, der UN-Agentur zum Kampf gegen HIV und Aids. Birgit Hibbeler
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