ArchivDeutsches Ärzteblatt8/1997Private Rentenversicherung schließt neue Lücken

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Private Rentenversicherung schließt neue Lücken

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LNSLNS Das Bonner Sparpaket trifft und bestraft besonders Akademiker. Bis vor fünf Jahren mußten sich Akademiker weniger Sorgen machen, daß ihre lange Ausbildungszeit zu Lasten der Altersrente gehen würde. Neben einer Schulzeit von bis zu 48 Monaten nach dem 16. Lebensjahr wurden ihnen zusätzliche 48 Monate Fachschulausbildung und bis zu 60 Monate Hochschulausbildung voll angerechnet. Voraussetzung aber war, daß Ausbildung und Studium abgeschlossen worden waren.
Die ersten bitteren Einschnitte erfolgten schon im Jahre 1992: nur noch sieben Jahre wurden für Ausbildungszeiten ab dem 16. Lebensjahr anerkannt. Ein Abschluß war auch hier Voraussetzung. Was über diese sieben Jahre hinausging, wurde - so sah es ein Stufenplan bis ins Jahr 2003 vor - nur noch teilweise anerkannt.


Sparpaket vom Herbst 1996
Und mit dem Sparpaket setzte die Bundesregierung im Herbst 1996 nochmals den Rotstift an. Wer eine gute Ausbildung absolviert hat, den bestraft die Altersrente. Nur noch 36 Monate werden künftig für Schule und Studium angerechnet. Allerdings nicht mehr ab dem 16., sondern erst ab dem 17. Lebensjahr. Erfreut sein über diese neue Regelung können eigentlich nur die Studienabbrecher. Ihnen wurde bislang nichts von ihrer "Studienzeit" angerechnet. Sie werden nun gleichgestellt, als hätten sie ihr Examen bestanden.
Vergleicht man die Altersrente, die ein Studienabsolvent nach der Regelung vor 1992 mit Ablauf des 65. Lebensjahres erwarten durfte, mit dem, was er nach der neuen Regelung erhält, so tut sich eine erhebliche Lücke in der Altersversorgung auf, meint die Bayerische Hypotheken- und Wechselbank in München. Bis zu 336 DM pro Monat nach altem Recht stehen in Zukunft nur noch maximal 105 DM gegenüber, errechneten die Bayern-Banker. Akademikerinnen ab Jahrgang 1945 verlieren durch die Rentenreform doppelt. Wollen sie in Zukunft mit 60 Jahren in Rente gehen, müssen sie einen zusätzlichen Abschlag von 18 (!) Prozent im Vergleich zur Altersrente ab 65 Jahren hinnehmen. Das macht bei Besserverdienenden bis zu 490 DM minus aus.
Eine derartige Versorgungslücke kann man über eine freiwillige Nachentrichtung in der gesetzlichen Rentenversicherung ausgleichen - durch eine einmalige Zahlung an die Rentenkasse. Doch: Für die meisten dürfte es rentabler sein, Lücken in der Altersversorgung durch eine private Rentenversicherung oder eine Kapitallebensversicherung aufzufüllen. rco

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