ArchivDeutsches Ärzteblatt34-35/2006zu Bankpleiten: Dickes Ende für Kleinanleger

VARIA: Schlusspunkt

zu Bankpleiten: Dickes Ende für Kleinanleger

Rombach, Reinhold

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LNSLNS Es kommt, gottlob, vergleichsweise selten vor, dass eine Bank über die Wupper geht, anders wäre die Stabilität der Geldversorgung innerhalb einer Volkswirtschaft auch nicht vernünftig darzustellen. Gleichwohl zeigen die Erfahrungen der Vergangenheit, dass auch Kreditinstitute zu straucheln imstande sind, das Bankhaus Herstatt und die Barings Bank sind prominente Vertreter in dieser Gattung havarierter Geldhäuser.
Nun hat es die „Privatbank Reithinger GmbH & Co. KG“ erwischt. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht schloss Anfang August die Singener Bank, nachdem der zuständige Wirtschaftsprüfer eine Gefährdungsanzeige wegen „Unterkapitalisierung“ eingereicht hatte. Somit bestand die Gefahr, dass das Geldhaus in der Nähe des Bodensees seine „Verpflichtungen gegenüber seinen Gläubigern“ nicht mehr erfüllen könnte.
Die „Gläubiger“ sind in diesem Fall 65 000 Bankkunden, und meist handelt es sich hier um Kleinanleger, an die das Bankhaus Reithinger Anlageprodukte wie geschlossene Fonds und Sparpläne verkauft hatte, vor allem aus dem Dunstkreis der „Deutschen Beamtenvorsorge (DBVI)“ und der „Eureka Finanzmarketingvermittlung“ sowie der „Ravena Vermögensverwaltung (RVV)“. Gerüchten zufolge soll der frühere Inhaber der Bank, Klaus Thannhuber, die Trennlinien zwischen der Bank Reithinger und ihren Partnern DBVI, Eureka und RVV nicht sauber eingehalten haben, manche sprechen auch von (Geldfluss-)Konstruktionen, die es unter fremden Dritten nicht gegeben hätte.
Ganz weg sind die Spargroschen der Anleger dennoch nicht, der Einlagensicherungsfonds sichert wenigstens 90 Prozent der Summe ab, soweit die Einlage 20 000 Euro nicht übersteigt. Wer aber mehr als diesen Betrag in Sparbüchern, Festgeldern und anderen Termineinlagen investiert hat, kann im Falle der Privatbank Reithinger auf den Einlagensicherungsfonds nur bis zur gesicherten Höhe vertrauen. darüber hinaus ist Schluss.
Richtig angeschmiert sind indes die Inhaber von Schuldverschreibungen sowie Genussscheinen, aber auch die Zeichner von geschlossenen Immobilienfonds. Hier ist jetzt Zittern bis zum möglichen Totalverlust angesagt. Am Ende zahlt eben der Kleinanleger die Zeche. Wie so oft.


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Wie an jedem 1. Samstag des Monats können Sie auch am 2. September 2006 in der Zeit von 9 bis 13 Uhr Börsebius (Diplom-Ökonom Reinhold Rombach) anrufen. Wenn Sie also in Finanzdingen der Schuh drückt, wählen Sie bitte die Tel.-Nr. 02 21/98 54 80-17. Die kostenlose Telefonberatung ist ein spezieller Service des Deutschen Ärzteblattes für seine Leser.
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