ArchivDeutsches Ärzteblatt36/2006Hirntumoren: Perfusionstechnik unterstützt die Differenzialdiagnose

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Hirntumoren: Perfusionstechnik unterstützt die Differenzialdiagnose

Zylka-Menhorn, Vera

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LNSLNS Bei der Diagnose von Hirntumoren ist die Messung der Durchblutung dem Nachweis tumorspezifischer Stoffwechselprodukte in der Aussagekraft überlegen. Gemeinsam mit Kollegen aus den Heidelberger Universitätskliniken haben Radiologen des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) geprüft, ob funktionelle Magnetresonanz-(MR-)Techniken eine sicherere Diagnose erlauben als die gängigen bildgebenden Techniken. „Solche Unterscheidungen sind ausschlaggebend für das weitere therapeutische Vorgehen“, erklärt Dr. Marc-André Weber. „Die frühzeitige Einordnung einer Gehirnläsion entscheidet unter anderem darüber, ob für den Patienten postoperativ eine Strahlen- oder Chemotherapie sinnvoll ist.“
In ihrer Untersuchung verglichen die Forscher die MR-Spektroskopie, die die Verteilung tumorspezifischer Stoffwechselprodukte innerhalb des Gewebes sichtbar macht, mit verschiedenen Perfusions-Methoden. 79 Patienten, bei denen eine CT-Untersuchung den Verdacht auf einen Hirntumor begründet hatte, wurden Gewebeproben entnommen und die Ergebnisse der funktionellen MR-Techniken mit den histologischen Befunden abgeglichen (Neurology 2006; 66: 1899 ff.).
Demnach lassen sich Glioblastome über ihre stärkere Durchblutung mit großer Sicherheit von den sehr schwach durchbluteten Lymphomen abgrenzen. Um Metastasen aus Tumoren anderer Organe von Glioblastomen zu unterscheiden, erwies sich ein Blick auf die Gewebezone direkt um den Tumor als hilfreich: Der Gewebesaum, der Metastasen umgibt, ist deutlich weniger durchblutet als das Areal um Glioblastome. Auch die Differenzialdiagnose von höher- und niedergradigen Gliomen gelingt über die Messung der Gewebeperfusion besser als über die gängige Bildgebung. zyl

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