ArchivDeutsches Ärzteblatt36/2006HPV-Vakzine: Durchimpfungsrate steigern
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LNSLNS Die Begeisterung des Medizinreports im DÄ für die HPV-Vakzine als Impfung gegen Krebs scheint berechtigt und sollte in die gesamte Ärzteschaft getragen werden. Anders als der Titel des Artikels behauptet, ist dieser Impfstoff nicht der erste Impfstoff gegen Krebs. Wie früher im DÄ dargestellt, ist der HPV-Impfstoff nach dem Hepatitis-B-Impfstoff der zweite „Krebsimpfstoff“, denn die Hepatitis-B-Impfung senkt die Inzidenz des hepatozellulären Karzinoms. Es ist bedauerlich, dass die Möglichkeit der Krebsprävention durch die Hepatitis-B-Impfung nicht zum ärztlichen Allgemeinwissen gehört und dass die Durchimpfungsrate der deutschen Bevölkerung gering ist. Hier wurde und wird eine effektive Präventionsmöglichkeit zu wenig genutzt. Der Chance der Prävention des Zervixkarzinoms durch Impfung droht ein ähnliches Schicksal. Eine flächendekkende Durchimpfung der Bevölkerung könnte durch die Impfmüdigkeit vieler Ärzte und den hohen Preis verzögert werden. Hier ist die Ärzteschaft gefordert, die Verbreitung der zwei Impfungen zur Krebsprävention zu forcieren. Auch wenn die beiden Impfungen gegen Krebs trotz Indikation nicht immer zum GKV-Katalog gehören, sollten wir diese Impfungen unseren Patienten empfehlen. Diese Präventionsmöglichkeit sollte dem „mündigen Patienten“ Geld wert sein. Kostet die komplette Grundimmunisierung doch nur den Gegenwert von 30 oder 60 Schachteln Zigaretten.
Literatur bei dem Verfasser
Dr. med. Andreas Günther, Magnitorwall 3, 38100 Braunschweig
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