ArchivDeutsches Ärzteblatt36/2006Führungspositionen: Unbehagen
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LNSLNS Es freut mich immer wieder, wenn die Frage der Karriere von Frauen im DÄ zur Sprache kommt. Frau Prof. Kaczmarczyk schreibt, Ärztinnen sollten mehr Karrierebewusstsein entwickeln, sollten selbstbewusst und zielgerichtet auftreten. Es ist von Selbstmarketing, Überzeugungsarbeit in eigener Sache, Erwerb von Techniken der Repräsentation, Selbststabilisierung, Durchsetzungsstrategien etc. die Rede. Allein diese Wortwahl bereitet mir Unbehagen. Ich vermute, dies ist eine „typisch weibliche“ Reaktion. Mir scheint, nur wenigen Frauen bereitet es tatsächlich Freude oder wenigstens Befriedigung, in solchen Wörtern zu denken, zu fühlen und letztlich ihnen gemäß zu handeln . . . Ich vermute, vielen Frauen ist es – wie mir – sehr viel wichtiger, auf einigermaßen friedliche, ungestörte Weise ihrer eigentlichen ärztlichen Tätigkeit nachgehen zu können, als sich mehr als unbedingt notwendig mit der Konkurrenzsituation in Kliniken und auch Praxen, die nicht selten unmenschliche Züge annimmt, auseinander setzen zu müssen. Ich halte dies für den – neben der Vereinbarkeit von Arbeit und Kindern – zweiten wesentlichen Grund für die geringe Anzahl von Ärztinnen in Leitungspositionen . . .
Dr. med. Sibylle Riffel,
Martin-Buber-Straße 56, 64287 Darmstadt
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