ArchivDeutsches Ärzteblatt36/2006Fallpauschalen: Von Australien lernen
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LNSLNS Klasse! Von Herrn Kollegen Haas (dreieinhalb Jahre Brisbane, Australien, und seit kurzem in Bad Oeynhausen tätig) erfahren wir die australische Realität des Entgeltsystems im Krankenhauswesen: Das Original des DRG-Systems weicht deutlich von dem ab, was wir in Deutschland daraus gemacht haben. Noch wichtiger aber und frustrierender für uns Krankenhausärzte ist das, was wir mit uns diesbezüglich haben machen lassen; ich zitiere: „In deutschen Krankenhäusern ist es die Regel, dass Ärzte für die Verschlüsselung der Diagnosen verantwortlich sind. Das ist in Australien grundsätzlich nicht der Fall. Vielmehr ist das Analysieren der Daten und Kodieren der Patientendiagnosen und Therapien durchweg eine nichtärztliche Tätigkeit . . . Sie wird von professionellen Kodierern vorgenommen. Diese verfügen entweder über eine einjährige Ausbildung in medizinischer Terminologie oder haben sich zusätzlich medizinisch qualifiziert . . . Wer einen australischen Arzt danach fragt, wird Kopfschütteln ernten und die Frage: ,Was haben wir denn damit zu tun? Das ist Verwaltungssache.‘“ In Deutschland ist auch hier die Realität anders: Von uns wird erwartet, dass wir uns neben der Medizin verwaltungs- und kodiermäßig weiterbilden, möglichst Managementkurse belegen oder zusätzlich ein Master-of-Public-Health-Examen abschließen, um dann für höhere Positionen im Krankenhaus besser geeignet zu sein. Die Ärzte in Australien bzw. wahrscheinlich auch in den meisten anderen europäischen und internationalen Ländern waren klüger: Dort haben Verwaltungsbeamte die Aufgabe, sich medizinisch einzuarbeiten, um dann das, was in der Medizin diagnostiziert und therapiert wird, kodieren zu können. Somit werden auch neue Berufsfelder erschlossen und kann auch eine Arbeitslosigkeit bekämpft werden . . .
Dr. med. H.-J. Kaum, Chefarzt der Frauenklinik, HELIOS Klinikum Schwelm, Dr.-Moeller-Straße 15, 58332 Schwelm
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