ArchivDeutsches Ärzteblatt PP9/2006Psychotherapie: Oberflächliche Berichterstattung
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LNSLNS Seit nun fast 40 Jahren bin ich eng mit der ärztlichen Berufspolitik verbunden, z. B. als Vorstandsmitglied von Lan­des­ärz­te­kam­mern, als Delegierter des Deutschen Ärztetages, als Vorstandsmitglied der Bundes­ärzte­kammer, als Vorsitzender des ehemaligen Ausschusses Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der BÄK u. a. Obwohl ich jetzt nicht mehr Delegierter des Ärztetages bin, habe ich doch als Gast zu diesem Tagesordnungspunkt teilgenommen und habe die tiefgehende und gründliche Diskussion in beiden Vorträgen wie auch in den Stellungnahmen der Verbandsvorsitzenden nur begrüßen können. Der Bericht im DÄ hingegen wirkt tendenziös und oberflächlich. Über diese Berichterstattung bin ich mehr als irritiert bis verärgert . . . Der Vorstand der Bundes­ärzte­kammer hatte diesen Tagesordnungspunkt in zwei Punkte unterteilt:
TOP II a) Aktive Bekämpfung der Stigmatisierung und Diskriminierung von Menschen mit psychischen Erkrankungen,
TOP II b) Stärkung und Förderung der psychiatrisch-psychosomatisch-psychotherapeutischen Kompetenz im ärztlichen Handeln.
Diese Unterteilung, die politisch sinnvoll ist, wird aus dem Bericht nicht mehr ersichtlich. Auch die Stellungnahmen einzelner Verbandsvertreter zu diesen beiden Punkten wird gemischt . . . Frau Dr. A. Bühren hatte das Vortragsmandat nicht, weil sie Präsidentin des Ärztinnenbundes ist, wie das DÄ vermittelt, sondern weil sie Vorstandsmitglied der Bundes­ärzte­kammer ist. Auch von ihren inhaltlichen Ausführungen, die in einem langen Beratungsprozess mit Fachgesellschaften und Berufsverbänden entstanden und die reflektiert und integrierend die augenblickliche Situation wiedergeben, wird wenig referiert. Es ist des Weiteren unverständlich, wie unkommentiert die Aussagen des Präsidenten der Bundes­psycho­therapeuten­kammer, Herrn Prof. Richter, in diesen Bericht kommen. Es soll eine Presseerklärung zum Ärztetag herausgegeben worden sein, die aber den Ärztetagsdelegierten nicht vorlag . . .
Prof. Dr. med. Paul L. Janssen, Kraepelinweg 9, 44287 Dortmund
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