ArchivDeutsches Ärzteblatt PP9/2006Psychisch kranke Kinder: Versorgung unzureichend

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Psychisch kranke Kinder: Versorgung unzureichend

Bühring, Petra

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LNSLNS Landespsychotherapeutenkammer Hessen legt Forderungskatalog vor.
Die ambulante Versorgung mit Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie ist auch in Hessen – ebenso wenig wie in den meisten anderen Bundesländern – nicht ausreichend. Die meisten Kinder- und Jugendlichentherapeuten (KJP) haben Wartezeiten auf freie Therapieplätze von mehr als einem halben Jahr. Kinder, die auf dem Land wohnen, müssen Anfahrtszeiten in städtische Praxen von ein bis zwei Stunden in Kauf nehmen. Das ergab eine Mitgliederbefragung der Landespsychotherapeutenkammer Hessen aus dem Jahr 2005.
Die Kammer legte deshalb Vertretern von Krankenkassen, Kassenärztlicher Vereinigung und Landeswohlfahrtsverband Hessen am 24. August einen Forderungskatalog vor. Dazu gehört die seit Jahren gestellte Forderung nach einer getrennten Bedarfsplanung für Erwachsenen- und Kindertherapeuten. Die Kammer macht dabei darauf aufmerksam, dass Psychologische Psychotherapeuten, die auch eine Abrechnungsgenehmigung für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie haben, in der Regel Jugendliche und junge Erwachsene behandeln, jedoch keine Kinder. Alternativ zur getrennten Bedarfsplanung sollte eine Quotierung geprüft werden. Die Bundespsychotherapeutenkammer fordert konkret eine Bedarfsplanungsmindestquote von 20 Prozent der Zulassungen für Psychotherapeuten, die sich auf die Behandlung von Kindern und Jugendlichen beschränken, einzuführen.
Weiter fordert die Kammer Behandlungsangebote für Flüchtlingskinder aus arabischsprachigen Ländern; kein Kammermitglied habe solche Sprachkenntnisse. Verbessert werden müssten auch die Ausbildungsbedingungen für KJP. 50 Prozent der niedergelassenen KJP seien bereits älter als 50 Jahre und ausgebildeter Nachwuchs nicht in Sicht. Für die zunehmende Zahl von Kindern mit sozialen Störungen fehlten insbesondere gruppentherapeutische Angebote. Die psychotherapeutischen Angebote für Kinder mit chronischen und lebensbedrohenden Krankheiten seien unzureichend, ebenso für Kinder, deren Eltern an schweren Erkrankungen litten. Dringend notwendig sei zudem eine bessere Vernetzung und institutionalisierte Kooperation von Frühförderzentren, Erziehungsberatungsstellen, schulpsychologischen Diensten, Förderschulen und staatlichen Schulämtern. PB
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