ArchivDeutsches Ärzteblatt9/1997Organspende: Es gibt keinen Mittelweg

SPEKTRUM: Leserbriefe

Organspende: Es gibt keinen Mittelweg

Bauer

Zu den Leserbriefen "Körperverletzung" von Richard Fuchs und "Nicht in meinem Namen" von Dr. med. Brigitte Hornstein in Heft 3/1997
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS . . . Wer sich für die Organentnahme kraft des Gesetzes ohne vorherige breite Information und Aufklärung jedes einzelnen ausspricht mit der Begründung, einerseits könnten die Behörden die notwendige Information und Aufklärung nicht leisten, andererseits müsse man der Tatsache Rechnung tragen, daß sich wenige Menschen bereit finden, sich zu Lebzeiten mit dem Problem der Organentnahme und damit mit dem eigenen Tod zu befassen, handelt unethisch, schlichtweg unmoralisch. Wer etwas verlangt, muß folgerichtig auch die Abtreibung freigeben und die Tötung auf Verlangen sowie das Abschalten von Geräten bei unheilbar Kranken. Einen Mittelweg gibt es nicht.
Wenn man der abtreibungswilligen Mutter Egoismus und Leidensflucht vorwirft, kann man dies auch dem Organempfänger vorhalten. Er nimmt in Kauf, daß seinetwegen Menschen in Gewissenskonflikte gebracht und per Gesetz gezwungen werden, gegen ihre Überzeugung zu handeln.
Das Problem der Einwilligung zur Organentnahme kann nicht aus dem Zusammenhang Tod und Leben/Leben und Tod gerissen werden.
Prof. Dr. Dr. med. Bauer, Freischützstraße 55, 81927 München
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote