ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2006Helmholtz-Gemeinschaft: Medizin-Ausgründungen

TECHNIK

Helmholtz-Gemeinschaft: Medizin-Ausgründungen

Krüger-Brand, Heike E.

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Mit 3-D-Verfahren hergestelltes Modell eines Herzens mit ausgeprägten Fehlbildungen Foto: DKFZ/Mottl-Link
Mit 3-D-Verfahren hergestelltes Modell eines Herzens mit ausgeprägten Fehlbildungen Foto: DKFZ/Mottl-Link
Die Helmholtz-Gemeinschaft (www.helmholtz.de) setzt das ursprünglich vom Bun­des­for­schungs­minis­terium initiierte Förderprogramm „Erleichterungen für Existenzgründungen aus Forschungseinrichtungen“ fort. Ein Expertengremium hat fünf Ausgründungsprojekte aus dem medizinischen Bereich bewilligt, vier davon kommen aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg, das fünfte stammt aus dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).
„Herzen zum Anfassen“ nennt Dr. Sybille Mottl-Link (DKFZ) ihr Vorhaben. Mit einer aus der Automobilindustrie übernommenen Technik erstellt sie detailgetreue dreidimensionale Abbildungen von Patientenherzen. Die Kunststoffmodelle, die ausgehend von MRT- und CT-Aufnahmen mit einem Rapid-Prototyping-Verfahren angefertigt werden, zeigen das Herz des Patienten mit allen Narben und Verwachsungen. Der Chirurg kann anhand des Modells die Operation optimal planen. Das Team hat Software-Werkzeuge entwickelt, die aus den zweidimensionalen Aufnahmen des bewegten Herzens ein realistisches räumliches Datenmodell erstellen, das dann in Kunststoff nachmodelliert werden kann.
Ebenfalls der Operationsplanung dient das Projekt von Max Schöbinger (DKFZ), der Software für die Computerunterstützung bei Operationen im Bauchraum entwickelt hat. Aus zweidimensionalen Bilddaten wird ein dreidimensionales Modell des Organs und seiner Versorgungsgefäße errechnet. So können die Chirurgen vorab festlegen, wie sie bei einer Teilentfernung der Leber vorgehen können und welche Leistungsfähigkeit die Restleber haben wird.
Eine weitere Ausgründungsinitiative um Dr. Béla Paizs (DKFZ) entwickelt eine Software, um Proteine aus Messdaten (Massenspektroskopie) exakt zu identifizieren. Ziel ist es, die Entwicklungszeit von Medikamenten zu verkürzen.
Im Zentrum des vierten Projektes steht das von Dr. Kurt Fellenberg (DKFZ) konzipierte und patentierte System „M-Chips“ zur Datenhaltung und Analyse, das bei der Suche nach neuen Wirkstoffen eingesetzt wird.
Im fünften Ausgründungsprojekt, entwickelt am DLR-Standort Oberpfaffenhofen, haben Wissenschaftler um Prof. Dr. Gerhard Hirzinger ein voll implantierbares Herzunterstützungssystem entworfen, das drahtlos mit Energie und Daten versorgt wird. Das System soll künftig das Herz von schwer kranken Menschen entlasten, muss aber noch getestet werden.
Mit einem Jahresbudget von rund 2,2 Milliarden Euro ist die Helmholtz-Gemeinschaft die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. KBr
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