ArchivDeutsches Ärzteblatt37/20063 Fragen an Prof. Dr. med. Roland Hetzer, Leiter Herz-,Thorax-, und Gefäßchirurgie, Deutsches Herzzentrum Berlin

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3 Fragen an Prof. Dr. med. Roland Hetzer, Leiter Herz-,Thorax-, und Gefäßchirurgie, Deutsches Herzzentrum Berlin

Dtsch Arztebl 2006; 103(37): A-2356 / B-2047 / C-1968

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Foto: dpa
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DÄ: Gewebetransplantate sollen künftig dem Arzneimittelgesetz unterliegen. Was bedeutet das konkret?
Hetzer: Es entstehen deutliche Hürden für die Transplantation. Wenn Gewebe und Zellen unter das Arzneimittelgesetz fallen, braucht man für sie eine Zulassung, genau wie für Medikamente. Eine solche Regelung ist bei Geweben, die nicht verändert, sondern nur konserviert werden, wie Hornhäute oder Herzklappen, nicht sinnvoll.
DÄ: Mit dem Arzneimittelstatus würde das Handelsverbot entfallen. Befürchten Sie eine Kommerzialisierung der Gewebespende?
Hetzer: Keine Frage. Wir könnten eine Situation erleben, in der sich Kliniken und Institutionen, die mit den Transplantaten Geld verdienen wollen, um die Gewebe streiten.
DÄ: Das Gesetz soll laut BMG zu mehr Qualität und Sicherheit führen. Teilen Sie diese Einschätzung?
Hetzer: Nein. Es gibt überhaupt keinen Grund anzunehmen, dass bei Gewebebanken Qualitätsmängel vorliegen. Wir haben bereits strenge Kontrollen durch die Länder und das Paul-Ehrlich-Institut. Mit dem geplanten Gesetz werden Gewebetransplantationen nur teurer, und der bürokratische Aufwand wächst. Das sind alles Nachteile, nicht zuletzt auch für die Patienten.
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