ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2006Mobiles Laborsystem: Schnelle Befunde

TECHNIK

Mobiles Laborsystem: Schnelle Befunde

EB

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Assay-Prozessor zur vollautomatischen Bearbeitung mehrerer BioChip-Kartuschen Foto: izm.fhg.de
Assay-Prozessor zur vollautomatischen Bearbeitung mehrerer BioChip-Kartuschen Foto: izm.fhg.de
Das Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM (www.izm.fhg.de) arbeitet an einem Biochip, der in einem Diagnosesystem für humane Antikörper integriert werden und dort bis zu 100 Immuntests parallel durchführen kann. Dieses mobile Laborsystem ermöglicht einen schnelleren Befund von Krankheiten. Das System besteht aus einem Assay-Prozessor und einem Fluoreszenz-Reader. Die Biochip-Kartusche, die als mikrofluidisches System mit integriertem Chipfeld für die serologisch relevanten Antigen-Dots konzipiert ist, hat nur die Größe einer Scheckkarte und kann als Einwegartikel produziert werden. Die Auswertung der Immunreaktionen wird fluoreszenzspektrometrisch durch die sequenzielle Anregung der einzelnen Dots mit einem LED-Array realisiert.
Sowohl für den Patienten als auch für den Arzt hat das mobile Laborsystem Vorteile. Arztpraxen, die mit einem derartigen System ausgestattet sind, können künftig auf teure Laborinfrastruktur verzichten. Außerdem liegen die serologischen Ergebnisse in höchstens zwei Stunden vor. Dadurch sind Befunde und eine gezielte Therapie schneller möglich, und dem Patienten können unnötige Wege zum Arzt erspart werden.
In Vorabstudien, an denen Patienten mit reaktiver oder postinfektiöser Arthritis teilnahmen, ermöglichte ein Prototyp des Systems anhand von 39 reaktiven Antigen-Dots von zehn verschiedenen Erregern zuverlässig die Identifizierung des verantwortlichen Pathogens, berichtete das IZM.
An der Entwicklung des Gesamtsystems beteiligen sich unter anderem die Mikrogen GmbH und das Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene der Universität Regensburg. Prototypen sollen bereits in zwei Jahren in ausgewählten Arztpraxen erprobt werden. EB

Informationen: Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration, Institutsteil München, Karl Neumeier, Hansastraße 27 d,
80686 München, Telefon: 0 89/54 75 95 34,
E-Mail: karl.neumeier@izm-m.fraunhofer.de

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote