ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2006Friedrich Vogel†: Bedeutender Humangenetiker

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Friedrich Vogel†: Bedeutender Humangenetiker

Propping, Peter

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Friedrich Vogel Foto: privat
Friedrich Vogel
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Prof. Dr. med. Dr. h. c. Friedrich Vogel, ehemaliger Direktor des Instituts für Humangenetik der Universität Heidelberg, ist am 5. August 2006 im Alter von 81 Jahren nach schwerer Krankheit verstorben. Nach dem Ende der Nazizeit war Vogel einer der ersten, der die Genetik in Deutschland neu etabliert und die Isolierung des Faches überwunden hat. Es gibt kaum ein Gebiet der Humangenetik, zu dem er keine originären wissenschaftlichen Beiträge geliefert hat.
Vogel begann seine wissenschaftliche Laufbahn mit der Messung von Mutationsraten. Die Entstehung von Mutationen hat ihn sein Leben lang nicht losgelassen. Aus diesen Arbeiten leitet sich die umfangreiche Forschung zur genetischen Variabilität und ihrer Bedeutung für Gesundheit und Krankheit ab.
Er war der erste Humangenetiker, der die Erblichkeit des normalen EEG untersucht hat. Vogel war davon überzeugt, dass die Genetik in besonderem Maße zum Verständnis der Gehirnfunktion beitragen kann. Die Humangenetik empfand Vogel als ein Fach zwischen Betrachten und Handeln und wies ihr in der Medizin eine Brükkenfunktion zwischen Theorie und Klinik zu. Nach Übernahme des Lehrstuhls in Heidelberg 1962 richtete er Arbeitsgruppen für Klinische Genetik und Zytogenetik ein. Frühzeitig baute er eine genetische Beratungsstelle auf.
Das Lehrbuch „Human Genetics. Problems and Approaches“, das er gemeinsam mit Arno Motulsky, Seattle, verfasste und die von ihm mitbegründete Zeitschrift „Humangenetik“ (heute „Human Genetics“) machten ihn zum international wohl bekanntesten deutschen Humangenetiker in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Prof. Dr. med. Peter Propping
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