ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2006Bicalutamid und Radiotherapie bei lokal fortgeschrittenem Prostatakarzinom

MEDIZIN: Referiert

Bicalutamid und Radiotherapie bei lokal fortgeschrittenem Prostatakarzinom

Bud

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LNSLNS Das Antiandrogen Bicalutamid kann in Kombination mit einer Strahlentherapie die tumorspezifische Mortalität beim lokal fortgeschrittenen Prostatakarzinom deutlich reduzieren. Dies ist das Ergebnis einer Subgruppenanalyse im Rahmen einer randomisierten Studie mit 8 113 Männern mit nicht fernmetastasiertem Prostatakarzinom. Ziel der Studie war die Bestimmung des Stellenwerts einer nichtsteroidalen adjuvanten Hormontherapie mit täglich 150 mg Bicalutamid versus Placebo. In den USA wurde diese Behandlung zwei Jahre fortgeführt, in den anderen teilnehmenden Ländern erhielten die Patienten Bicalutamid bis zum Progress.
Die prostataspezifische Sterblichkeit konnte bei adjuvanter Bicalutamid-Therapie in Verbindung mit einer Strahlentherapie bei 305 Patienten mit lokal fortgeschrittenem Prostatakarzinom von 24,3 auf 16,1 Prozent gesenkt werden. Dies entspricht einer relativen Reduktion des Sterberisikos um 35 Prozent nach im Median 7,4 Jahren (p = 0,03). Das progressionsfreie Überleben wurde durch Bicalutamid in allen Patientensubgruppen mit lokal fortgeschrittenem Prostatakarzinom signifikant verbessert.
In der Verumgruppe traten signifikant häufiger Gynäkomastie und Brustschmerzen auf, die zu mehr Therapieabbrüchen als im Kontrollarm führten (16,4 versus 1,1 Prozent). Allerdings betrug die Gesamtabbruchsrate in beiden Gruppen jeweils circa 50 Prozent. Andere Nebenwirkungen wie Libido- und Potenzverlust sowie Osteoporose wurden im Vergleich zur Behandlung mit Analoga des Luteinisierenden Hormon-Releasing-Hormons (LHRH) seltener festgestellt.
Die adjuvante Bicalutamid-Therapie konnte bei strahlentherapierten Patienten mit lokal fortgeschrittenem Prostatakarzinom die Gesamtprognose verbessern. In den bisherigen Studien zur adjuvanten Hormontherapie wurden meist LHRH-Analoga eingesetzt, die zu einer starken Einschränkung der Lebensqualität durch die Entwicklung von Impotenz und Osteoporosen führen. Mit Bicalutamid ist jetzt ein Antiandrogen verfügbar, dass therapeutisch ähnlich wirksam ist wie die LHRH-Analoga bei günstigerem Nebenwirkungsprofil hinsichtlich Osteoporose und Erhaltung der Potenz. Bud

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