ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2006Hochschulen: Schnee von gestern
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LNSLNS Die Vorklinik der Medizinischen Fakultät Greifswald belegt in dem Ranking von Zimmermann et al. hintere Plätze. Dieses schlechte Abschneiden hat uns zugegebenermaßen überrascht, liegt doch Greifswald mit 64 Prozent richtig beantworteter Fragen und einer Erfolgsquote von 88 Prozent (bezogen auf die Anzahl der Teilnehmer) im Physikum (Zeitraum 2001 bis 2005) seit Jahren deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Auch die Spitzenplätze, die von der Medizinischen Fakultät Greifswald beim CHE-Ranking erzielt werden, vermitteln ein anderes Bild der Ausbildungsqualität. Möglicherweise sind dies aber nicht die „richtigen“ Kriterien zur Beurteilung der Qualität der Lehre in der Vorklinik, und wir müssen und wollen uns natürlich auch einer anderen Form der Auswertung stellen. Die von Zimmermann et al. vorgelegten Zahlen sind zweifellos korrekt – nur, zumindest bezogen auf Greifswald, sind sie „Schnee von gestern“. So wurden in den Neunzigerjahren viele Studenten entgegen ihrer Ortspräferenz nach Greifswald verschickt. Entsprechend rasch verließen manche Greifswald auch wieder. So waren beispielsweise 22 Prozent der Studenten, die sich zum Wintersemester 1994/95 immatrikuliert hatten, im vierten Fachsemester nicht mehr in Greifswald eingeschrieben, was die Gesamterfolgsrate in diesem Zeitraum natürlich erheblich drückt. Inzwischen liegt dieser sogenannte „Schwund“ bei ganzen zwei Prozent. Im Wintersemester 2006/07 bewarben sich weit mehr als 1 000 Studenten mit erster Ortspräferenz auf knapp mehr als 100 in Greifswald zu vergebende Studienplätze. Parallel dazu stieg die Gesamterfolgsrate von 64 Prozent Mitte der Neunzigerjahre auf 90 Prozent im Jahr 2004/05 und sogar 96 Prozent im Jahr 2005/06. Die Studenten kommen also offensichtlich nicht nur gern zu uns, sondern sie schließen ihre vorklinische Ausbildung überwiegend auch sehr erfolgreich ab. Es kann also keine Rede davon sein, dass in Greifswald in der Vorklinik ineffektiv studiert wird. Die aktuellen Zahlen sprechen eine andere Sprache . . .
Für die Verfasser:
Prof. Dr. med. Karlhans Endlich,
Institut für Anatomie und Zellbiologie,
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald,
Friedrich-Loeffler-Straße 23 c, 17487 Greifswald
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