ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2006Mehr positive Ergebnisse bei Industrie-gesponserten Studien

MEDIZIN: Referiert

Mehr positive Ergebnisse bei Industrie-gesponserten Studien

Dtsch Arztebl 2006; 103(37): A-2386 / B-2070 / C-1991

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LNSLNS Studien der Industrie gelangen häufiger zu positiven Ergebnissen als öffentlich geförderte. Dies ist das Ergebnis einer Auswertung von 324 randomisierten Studien aus dem kardiovaskulären Bereich, die zwischen 2000 und 2005 im New England Journal of Medicine, Lancet und JAMA erschienen sind. Die Autoren berücksichtigten ausschließlich Arbeiten, in denen neue Ergebnisse erstmals veröffentlicht wurden. Ohne Kenntnis der Geldquelle bewertete ein Wissenschaftler, ob und wie eindeutig aufgrund des Studienergebnisses die bisherige oder die neue Behandlung vorzuziehen sei. Diese Einschätzung setzten die Autoren in Beziehung zu der Studienfinanzierung, indem sie nach Förderung durch öffentliche Gelder, industrielle Unterstützung, gemischte Finanzierung und keine Angabe des Sponsors unterschieden.
Von den öffentlich geförderten Studien favorisierten 49 Prozent (51 von 104 Publikationen) die neue Behandlung, während 51 Prozent hierin keinen Vorteil oder sogar einen Nachteil sahen. Im Gegensatz dazu bewerteten Wissenschaftler, die nur auf industrielle Fördermittel zugriffen, in 67,2 Prozent (92 von 137 Publikationen) die Innovation besser und lediglich in 32,8 Prozent (45 Fällen) gleichwertig oder schlechter. Bei gemeinsam mit öffentlichen und industriellen Geldern bestrittenen Forschungsprojekten wurden 56,5 Prozent (35 von 62 Arbeiten) der Neuerungen als besser erachtet. Bei Studien, in denen medizinische Geräte untersucht wurden, war die Diskrepanz besonders ausgeprägt. So fanden lediglich vier von acht Autorengruppen (50 Prozent) in öffentlich geförderten Untersuchungen, dass das neue Produkt besser sei als ein bereits eingeführtes. Bei gemischter Finanzierung kamen 69,2 Prozent (9 von 13) zu diesem Schluss und bei vollständiger industrieller Unterstützung befürworteten dies 82,4 Prozent (14 von 17).
Das Ergebnis könnte nach Auffassung der Autoren darauf zurückzuführen sein, dass nicht gewünschte Ergebnisse nicht veröffentlicht oder marginalisiert werden. Es wird aber auch eine alternative Erklärungsmöglichkeit diskutiert: Wenn die erste Studie für die Innovation spricht, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass dies auch in einer zweiten Untersuchung der Fall ist. Hinzu kommt, dass nationale Aufsichtsbehörden vor der Zulassung die Wiederholung positiver Ergebnisse fordern. me

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