ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2006Gesundheitskarte: Teurer als geplant

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Gesundheitskarte: Teurer als geplant

Dtsch Arztebl 2006; 103(38): A-2428 / B-2108 / C-2032

Krüger-Brand, Heike E.; ddp

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Foto: KEYSTONE
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Die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) wird offenbar erheblich mehr kosten als geplant. Statt der rund 1,4 Milliarden Euro, von denen das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium bislang ausging, werden es möglicherweise 3,9 Milliarden Euro sein, im ungünstigsten Fall sieben Milliarden Euro. Das geht aus einer Kosten-Nutzen-Analyse der Unternehmensberatung von Booz, Allen, Hamilton für die Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte (Gematik) hervor, die der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ vorliegt. Gesellschafter der Gematik, die für die Einführung der Karte verantwortlich ist, sind die Spitzenorganisationen im Gesundheitswesen. Die 585 Millionen Euro, die allein die Anschaffung der Karten für die 82 Millionen Versicherte koste, seien darin nicht enthalten.
Auf die Ärzte kommen dem Gutachten zufolge Gesamtbelastungen von 1,933 Milliarden Euro zu. Sie müssen circa 2 000 bis 10 000 Euro je Praxis in die Anschaffung der neuen Technologie investieren. Dem steht nur ein Nutzen von 553 Millionen gegenüber. Am meisten profitieren nach der Studie die Krankenkassen von der Einführung der eGK. Sie werden um rund 2,2 Milliarden Euro entlastet, weil unter anderem der Missbrauch mit der Karte, die künftig ein Foto des Versicherten trägt, verhindert wird. Nach den Berechnungen der Experten sind schnelle Einsparungen durch die neue Technologie allerdings nicht zu erwarten. Vielmehr werden sich laut Zeitungsbericht Kosten und Nutzen der Telematik erst nach zehn Jahren mit rund 14 Milliarden Euro ausgleichen. KBr/ddp
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