ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2006Europaweiter Notruf 112: Zahlreiche Qualitätsmängel

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Europaweiter Notruf 112: Zahlreiche Qualitätsmängel

Dtsch Arztebl 2006; 103(38): A-2430 / B-2110 / C-2034

Spielberg, Petra

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Foto: ddp
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Mit einer Petition beim Europaparlament und einem Bürgerbegehren will die Europäische Notruf-Vereinigung erreichen, dass die Notrufnummer 112 europaweit bekannt gemacht wird. „Die EU-Mitgliedsländer sind bis heute nicht dazu verpflichtet, die Bürger über die Existenz einer einheitlichen Notrufnummer zu informieren“, kritisierte deren Präsident Oliver Paul-Morandini. Bereits im Juli 1991 hatte der Rat ein Gesetz zur europaweiten Einführung des Notrufs 112 beschlossen. Der EU-Kommission wirft Paul-Morandini mangelndes Interesse an der Umsetzung der Richtlinie vor. So gebe es nach wie vor keine europaweit geltenden Qualitätsstandards zur Abwicklung der Anrufe unter 112. Auch gelänge es den Call-Centern nicht immer, den Standort eines Anrufers festzustellen, da sie nicht über die erforderliche Technik verfügten. Die Folge: Der Notfalldienst erreicht den Unfallort nur mit Verzögerung oder im schlimmsten Fall gar nicht.
Auch nach Ansicht der EU-Kommission könnte die flächendeckende Einführung moderner Technik zur Anrufer-Lokalisierung jährlich schätzungsweise 5 000 Menschenleben retten und Kosten in Höhe von fünf Millionen Euro sparen. Bislang hat sich die Kommission jedoch nur zu einer Empfehlung durchringen können, die gesetzliche Vorschrift zügig umzusetzen. ps
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