ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2006Krankenhäuser: Ungleiche Waffen
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Vor einigen Jahren sagte der damalige Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Robbers, dass die Krankenhäuser zusätzliche Einnahmen benötigten, und die könnten sie nur zulasten der niedergelassenen Fachärzte erhalten. Jetzt ist es so weit. Unter dem Eindruck, dass 25 Prozent der Krankenhäuser vor dem Aus stehen und die Bettenzahl um 50 Prozent sinken wird, streben die Krankenhäuser danach, auch die ambulante Versorgung zu übernehmen mit dem Ziel zusätzlicher Einnahmen und über die stationäre Belegung wenigstens teilweise selbst entscheiden zu können. Alle Aussagen von im Krankenhaus Tätigen kaschieren diese Zielsetzung durch verniedlichende Formulierungen . . . Dabei wird auch von Kassenseite (allerdings hinter vorgehaltener Hand) nicht bestritten, dass die ambulante Versorgung durch Krankenhäuser immer teurer sein wird als die jetzige Versorgung durch selbstständige niedergelassene Ärzte . . . Dass die Zusammenarbeit auch in „Ärztehäusern an der Klinik“ genauso problematisch bleibt, erläutern Sie ja in dem Artikel „Es ginge noch viel mehr“. Bezeichnend ist, dass der Interviewte seinen Namen von der Redaktion ändern ließ. Man sieht deutlich, dass die Waffen für einen fairen Konkurrenzkampf ungleich verteilt werden. Überall werden öffentliche Mittel (auch Steuern von uns Niedergelassenen) in Krankenhäuser investiert, um deren ambulante Ambitionen zu finanzieren. Wir Niedergelassenen müssen aber alle Investitionen aus unseren Einnahmen bestreiten. Dass MEDI eine Beschwerde bei der EU-Kommission eingelegt hat, war höchste Zeit, bis zur Entscheidung werden sich aber die tatsächlichen Verhältnisse in die von Krankenhausmanagern und Politikern gewünschte Richtung entwickelt haben . . .
Dr. med. Dolf Hufnagl, GesundheitsZentrum der Fachärzte in Stadt und Landkreis Rosenheim e.V., Münchener Straße 27, 83022 Rosenheim
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