ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2006Stets zu Diensten: Ungeheuerlich
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. . . Ich finde die Schilderung des „kleinen Chirurgen“ ungeheuerlich und kann mir dabei eben wegen der im Leserbrief artikulierten Überlegung, dass natürlich auch der „große Chirurg“ dieses Opus gelesen haben wird, nicht vorstellen, dass daran irgendetwas nicht stimmt. Warum sollte sich der „kleine Chirurg“ den zweifelsohne darauf folgenden Schwierigkeiten aussetzen, wenn gar nichts an der Geschichte dran wäre? Aber fast genauso ungeheuerlich finde ich die Schlussfolgerungen im Leserbrief von Prof. Bähr. Denn eines ist wohl jedem, der sich einmal als „kleiner Chirurg“ in einer renommierten Universitätsklinik als Sklave verdingt hat, klar: Die hier geschilderten Dinge sind nur ein Beispiel für unzählige andere kleine und große Drangsalierungen, Repressalien, Erpressungen, Tritte unter die Gürtellinie und Angriffe auf die menschliche Würde, die in Kliniken solcher Art bis heute gegen untergeordnetes Personal in der arbeitstäglichen Tagesordnung sind. Es ist erstaunlich, dass diese Tatsache durch Prof. Bähr als Unterzeichner des betreffenden Leserbriefes, der chirurgisch gebildeten Kollegen zumindest namentlich nicht unbekannt ist und als habilitierter Leiter einer großen chirurgischen Klinik genau diesen Strukturen entsprungen ist, indirekt Bestätigung findet . . .
Dr. med. Daniel Kersten,
Ärztlicher Leiter Rettungsdienst,
Kreisausschuss des Lahn-Dill-Kreises,
Franz-Schubert-Straße 4, 35578 Wetzlar
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