ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2006Waldkindergärten: Erhöhtes Risiko für Borreliose

MEDIZIN: Referiert

Waldkindergärten: Erhöhtes Risiko für Borreliose

Dtsch Arztebl 2006; 103(38): A-2471 / B-2142 / C-2066

Seger, Gabriele

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS In Deutschland sind seit den 1990er-Jahren Waldkindergärten zunehmend beliebt. Mittlerweile gibt es bundesweit schätzungsweise 400 dieser Einrichtungen. Kinder, die in einem Waldkindergarten untergebracht werden, verbringen den größten Teil des Tages zu jeder Jahreszeit draußen. Weisshaar und Kollegen gingen der Frage nach, ob mit dem Aufenthalt im Freien das Risiko für die Übertragung der Borreliose durch Zecken erhöht ist.
53 Kindergärten in Baden-Württemberg nahmen an der prospektiven klinischen Kohortenstudie teil. In der Zeit von März bis Oktober 2004 ermittelten die Autoren monatlich anhand eines Fragebogens unter anderem die Zahl der Zeckenbisse und den Anteil an Borreliosefällen. Untersucht wurde zudem, ob und inwieweit die Eltern Schutzmaßnahmen vor Zeckenbissen ergriffen.
Die Forscher werteten die Angaben von 1 707 Kindern aus. 506 Probanden stammten aus 25 Waldkinderhorten, 1 202 Kinder besuchten 28 konventionelle Kindergärten. Die Antwortquote der Fragebogenaktion betrug in Waldkindergärten 75 Prozent, in den konventionellen 65 Prozent.
Die Wissenschaftler registrierten 1 503 Zeckenbisse, insbesondere am Rumpf und auf dem Kopf bei Kindern, die sich tagsüber im Wald aufhielten, und 502 Zeckenbisse in konventionellen Horten. In 16 Fällen wurde eine Borreliose diagnostiziert, davon zehn in Waldkindergärten, sechs in konventionellen Stätten. Am häufigsten manifestierte sich die Erkrankung als Erythema migrans.
Wenngleich die Eltern von Waldkindern signifikant besser vorsorgten, war für ihre Kinder – im Vergleich zu den Probanden der konventionellen Kindergärten – das Risiko für einen Zeckenbiss 2,8fach (RR 95-Prozent-Konfidenzintervall: 2,46–3,07) und das Risiko für eine Borreliose 4,6fach (RR 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,57–13,26) erhöht. Se

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema