ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2006Chirurgieassistenz: Lehrberuf Chirurg?
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Als Assistenzarzt der Anästhesie kenne ich die Diskussion um nichtärztliche Assistenz auch aus unserem Fachbereich. Erstaunlich finde ich immer wieder, welche Assistenztätigkeiten nach Ansicht der Chefärzte delegierbar sind. Laut Artikel in der Herzchirurgie z. B die Thorakotomie und der Wundverschluss. Dies alles zum Wohle der Patienten und der Assistenten in der Weiterbildung. Mir jedoch stellt sich die Frage, warum die Assistenten in der Weiterbildung nicht an anderer Stelle (z. B. Blutentnahmen, Stationsarbeit, Kurvenführung usw.) entlastet werden, um die oben erwähnten Aufgaben mit guter – nicht nur ausreichender – Routine durchführen zu können. Wenn Assistenzärzte an anderer Stelle entlastet würden und einen ähnlich überschaubar definierten Arbeitsbereich wie „Chirurgieassistenten“ hätten, so könnten die Operationen auch mit ihnen pünktlich beginnen. Auch die Überleitungszeiten wären kürzer, wenn die Assistenten nicht mal eben kurz auf die Station müssten. Die Aussage „Viele praktische Verrichtungen lernen Studienabgänger heute von Chirurgieassistenten. Junge Assistenzärzte werden leichter und schneller in den operativen Bereich integriert, um sich dann nach einer entsprechenden Zeit anspruchsvolleren Tätigkeiten und der Übernahme von Eigenverantwortung bei kleineren Operationen zuzuwenden“ zeigt, von wem die jungen Assistenten in Zukunft anscheinend ausgebildet werden sollen . . .
Vielleicht wird die Ausbildung zum Chirurgen ja in Zukunft teilweise ein Lehrberuf und kein Studium mehr . . .
Götz Naumann, Dennewitzstraße 5, 10785 Berlin
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