ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2006Melatonin: kein Effekt bei Schlafstörungen

MEDIZIN: Referiert

Melatonin: kein Effekt bei Schlafstörungen

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LNSLNS Viele Flugreisende nehmen vor Transatlantikflügen zur Vermeidung des Jetlag Melatonin, ein Hormon der Zirbeldrüse, ein. Oft werden Flugreisende auch von Bekannten aufgefordert, entsprechende Präparate aus amerikanischen Drugstores zur Behandlung von Schlafstörungen mitzubringen. Überprüft man anhand kontrollierter und nichtkontrollierter Studien die Effektivität von Melatonin bezüglich der Behandlung von Schlafstörungen, so ist die Datenlage eindeutig: weder in sechs randomisierten und kontrollierten Studien mit 97 Teilnehmern zeigte sich ein günstiger Effekt auf die Schlafinduktion bei sekundären Schlafstörungen noch in neun Studien mit 427 Teilnehmern mit systemischem Schlafentzug (Schichtarbeiter, Langstreckenflieger). Positiv zu vermelden: in 17 Studien mit 651 Teilnehmern waren bei einer Behandlungsdauer von bis zu drei Monaten keine unerwünschten Wirkungen von Melatonin festgestellt worden. w

Buscami N et al.: Efficacy and safety of exogenous melatonin for secondary sleep disorders accompanying sleep restriction: meta-analysis.BMJ 2006; 332: 385–8.
E-Mail: nina.buscemi@ualberta.ca

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