ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2006Differenzialdiagnose des Oberbauchschmerzes: Röntgenuntersuchungen des Thorax und Abdomens

MEDIZIN: Diskussion

Differenzialdiagnose des Oberbauchschmerzes: Röntgenuntersuchungen des Thorax und Abdomens

Poser, Hilmar-L.

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LNSLNS Bei Oberbaucherkrankungen gehören Aufnahmen der Lunge zum diagnostischen Algorithmus. Warum die Autoren immer noch lediglich eine Thoraxübersichtsaufnahme posterior-anterior postulieren (wenn Patienten stehen können), ist ebenfalls unklar. Zur Primärdiagnostik ist grundsätzlich die Untersuchung in zwei Ebenen anzufertigen, weil nur so auch dorsale und basisnahe Alterationen zuverlässig erfasst werden können.
Nicht akzeptabel sind Aussagen wie: „[...] desto höher der Stellenwert der Abdomenübersichtsaufnahme [...] die Röntgenaufnahme im Stehen lässt Rückschlüsse auf Flüssigkeitsspiegel zu (Ileus), freie Luft (Verdacht auf Hohlorganperforation) und Konkremente (Cholelithiasis)“.
Die letztgenannten Pathologien lassen sich erst auf Radiogrammen im Liegen in Rückenlage detektieren und sind deutlich schlechter auf Aufnahmen im horizontalen Strahlengang erfassbar. Die Liste der differenzialdiagnostischen Möglichkeiten lässt sich noch weiter fortführen, jeweils mit den projektionsabhängigen Befundinhalten.
Nach den Leitlinien der BÄK ist die Abdomenaufnahme im Stehen ohnehin nur als Zusatzuntersuchung im Anschluss an Aufnahmen im Liegen erlaubt.

Priv.-Doz. Dr. med. habil. Hilmar-L. Poser
Radiologische Gemeinschaftspraxis Eckernförde
Schleswiger Straße 114–116
24340 Eckernförde

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