ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2006Franz-Ulrich Hartl: Entdecker der Chaperone

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Franz-Ulrich Hartl: Entdecker der Chaperone

Dtsch Arztebl 2006; 103(39): A-2567 / B-2224 / C-2145

Hibbeler, Birgit

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Franz-Ulrich Hartl Foto: Friedrich Reinhold
Franz-Ulrich Hartl Foto: Friedrich Reinhold
Proteine steuern wichtige Funktionen im Körper. Doch bevor sie in Aktion treten können, müssen sie in die richtige Form gebracht werden. Seit einigen Jahren weiß man, dass diese Faltung nicht spontan, sondern mithilfe von anderen Proteinen abläuft, den Chaperonen (deutsch: Anstandsdamen). Der erste Wissenschaftler, der dieses Phänomen nachweisen konnte, ist Prof. Dr. med. Franz-Ulrich Hartl (49), Direktor am Max-Planck-Institut für Biochemie, Martinsried.
Nachdem die Deutsche Forschungsgemeinschaft Hartl bereits 2002 mit dem Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis auszeichnete, verlieh ihm nun die Hamburger Körber-Stiftung den mit 750 000 Euro dotierten Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft.
Hartls Forschungen beschäftigen sich mit neurodegenerativen Erkrankungen wie Morbus Alzheimer, Parkinson und Chorea Huntington. Er untersucht, inwiefern eine Proteinfehlfaltung zu diesen Leiden beiträgt. Außerdem erforscht Hartl, warum die Menge der Chaperone in den Zellen mit zunehmendem Alter abnimmt. Falsch geformte Proteine werden dann nicht mehr erkannt und neu gefaltet, sondern verklumpen. Hartl möchte aufklären, ob und wie man die Menge der Chaperone modulieren kann.
1957 in Essen geboren, studierte Hartl in Heidelberg Medizin. Nach seiner Habilitation 1990 am Institut für Physiologische Chemie, Universität München, erhielt er einen Ruf als Associate Professor an die Cornell University, New York, rückte aber schnell zum Full Professor auf. Seit 1997 ist er im Max-Planck-Institut in Martinsried tätig. Birgit Hibbeler
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