ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2006Schlafforschung: Verletzungsrisiko steigt mit Dienstbelastung

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Schlafforschung: Verletzungsrisiko steigt mit Dienstbelastung

Meyer, Rüdiger

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Foto: Peter Wirtz
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Lange Arbeitszeiten und nächtliche Bereitschaftsdienste begünstigen bei Ärzten Schnitt- und Nadelstichverletzungen. Dies zeigt eine Untersuchung des Schlafforschers Charles Czeisler von der Harvard Medical School im Amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2006; 296: 1055–62).
Czeisler hatte „interns“, also Ärzte in den ersten Berufsjahren, monatlich per E-Mail nach Verletzungen gefragt, die sie sich bei Blutentnahmen, dem Anlegen von Infusionen oder anderen Routineaufgaben zugezogen hatten. Die Ärzte füllten 17 003 internet-basierte Fragebögen aus, in denen sie 294 Lazerationen mit einem scharfen Instrument, beispielsweise einem Skalpell, und 204 klassische Nadelstichverletzungen angaben. Als Grund für die Verletzungen nannten die Ärzte in 64 Prozent der Fälle Unkonzentriertheit und in 31 Prozent der Fälle Müdigkeit. Am häufigsten traten die Verletzungen in den Bereitschaftsdiensten auf, und zwar im Durchschnitt nach 29,1 Stunden ununterbrochener Dienstzeit. Während der Tagesdienste traten sie nach 6,1 Stunden ununterbrochener Dienstzeit auf. Nachts kam es zu doppelt so vielen Verletzungen wie tagsüber.
In früheren Untersuchungen hatte Czeisler herausgefunden, dass Ärzte nach längeren Bereitschaftsdiensten auf dem Heimweg ein erhöhtes Verkehrsunfallrisiko haben (NEJM 2005; 352: 125–34). Ursache für die Unfälle sei eine Störung der Schlafarchitektur infolge zu langer Dienstzeiten. rme
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