ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2006RANDNOTIZEN: Zu wenig Hand und Fuß

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RANDNOTIZEN: Zu wenig Hand und Fuß

Rieser, Sabine

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LNSLNS Es gibt innerhalb der vielen Organisationen im Gesundheitswesen tatsächlich solche, die sich nur hin und wieder zu Wort melden. Und deren Mitglieder, was die persönliche Eitelkeit anbelangt, von bewundernswerter Lässigkeit sind.
Das glauben Sie nicht? Schauen Sie doch mal auf die Homepage des Sachverständigenrats (SVR) zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen. Kein tagesaktuelles Geblubber. Nur knappe Hinweise auf die Gutachten, die alle ein, zwei Jahre erscheinen. Oder eine Information, dass einer der Weisen ersetzt werden musste.
Unlängst war es wieder so weit: Die Wissenschaftler teilten mit, sie arbeiteten verschärft an Einsichten zu „Neuen Aufgabenverteilungen und Kooperationsformen zwischen den Gesundheitsberufen“. Wie vertieft sie sind, belegt ihre Homepage (www.svr-gesundheit.de): Für sorgfältig arrangierte Gruppenfotos reicht die Zeit nicht.
Die Sachverständigen haben sich offensichtlich während eines Treffens hastig vor die nächstbeste bunte Wand gestellt und sich ablichten lassen. Als Ergebnis fehlt manchem aus dem Rat, was dessen Gutachten haben: Hand und Fuß. Wer den Verwerfungen des Korporatismus oder dem lahmenden Wettbewerb auf der Spur ist, der hat zudem keinen Nerv für schöne Passbilder, wie die Einzelaufnahmen belegen: Eine hat offenbar die Nacht im Büro durchgemacht, die andere guckt zur Seite, als ob sie die Post mit neuen Studien und Analysen kaum abwarten kann, ein Dritter hält wohl seit 20 Jahren ein Schwarz-Weiß-Foto in Umlauf.
Ergebnis der Begutachtung also: Kluge Köpfe – aber fotografisch unter- und fehlversorgt.
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