ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2006Prävention: Offene Diskussion
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Welch scheinheilige Debatte über ein zweifellos schwieriges gesundheitspolitisches Problem . . . Die Gefahren des Rauchens sind mir als niedergelassenem Kardiologen natürlich bestens vertraut. Ich plädiere allerdings für eine offene Diskussion unter Berücksichtigung aller Aspekte bis hin zu philosophischen Überlegungen. Der Staat hat grundsätzlich in die Entscheidung des einzelnen Bürgers nicht hereinzuregieren, er kann mir weder Extremsportarten verbieten noch die Einnahme schädigender Substanzen. Es bleibt seine Pflicht, umfassend Aufklärungsarbeit zu betreiben und ggf. Mitmenschen zu schützen. Dass in öffentlichen Gebäuden bzw. in Amtsstuben nicht geraucht werden darf, kann ich ja noch nachvollziehen. Lächerlich ist die Diskussion bezüglich Bars und Kneipen, teilweise auch Speiserestaurants. Hier geht der Bürger ganz freiwillig hin und möchte sich in Kenntnis der dort gelebten Bräuche amüsieren. Die eigentliche Katastrophe des Rauchens findet allerdings in den privaten Wohnungen und Häusern statt. Hier werden nämlich die Schwächsten der Gesellschaft, also unsere Kinder, jahre- und jahrzehntelang schutzlos verraucht. Ich habe bis heute keine einzige Stellungnahme bezüglich dieses gravierenden Problems gehört oder gelesen. Wahrscheinlich käme dann auch sofort die Antwort, dass dies die Privatsphäre sei und man hier keine Handhabe hätte . . . Die richtigere Vorgehensweise wäre, Restaurants, Kneipen und Wirtschaften und damit den Bürger nicht zu schikanieren, sondern andererseits intensive Aufklärungsarbeit zu leisten und selbstverständlich nach dem Verursacherprinzip das gesundheitsschädliche Genussmittel Tabak massiv zu verteuern und diese Mehrabgaben sofort und ohne Abzüge den Krankenkassen zuzuführen. Ein Rauchverbot bis zum 18. Lebensjahr geht in die richtige Richtung.
Dr. med. Christoph Wineken,
Bergisch-Gladbacher-Straße 439–441,
51067 Köln-Holweide
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