ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2006Bereitschaftsdienst: Zwangsverpflichtet
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Der in Ihrem Artikel beschriebene Trend ist allerorten festzustellen. Ob der Sicherstellungsauftrag nun durch Eigeninitiative eines Ärztenetzes oder durch sogenannte Notfallpraxen in Krankenhausnähe gewährleistet wird: Beiden gemeinsam ist, dass die Bereitschaftsdienste wie beschrieben fast durchweg an Vertreter delegiert werden. Da sich inzwischen jedoch fast alle Fachgruppen dem allgemeinen Notdienst angeschlossen haben, ließ zwangsläufig auch die Qualität der Versorgung nach. Bestimmte Fachbereiche werden nicht mehr abgedeckt, weshalb das Rad teilweise bereits wieder zurückgedreht wird: Pädiater im Bereich der KV-Nordrhein wurden unlängst in ergänzenden Bestimmungen zur Notfalldienstordnung zu einem zusätzlichen „Hintergrunddienst“ verpflichtet. Dies ist eine reichlich euphemistische Umschreibung dafür, dass die betroffenen Kollegen, die bereits am allgemeinen Notdienst teilnehmen, nun zu weiteren Diensten zwangsverpflichtet wurden und dass die Kassenärztliche Vereinigung den Wortlaut der Notfalldienstbestimmungen unterläuft und verbiegt, indem vorhergehende Inhalte durch nachgeschobene Paragrafen schlichtweg annulliert werden. Dies weckt Erinnerungen an George Orwells satirischen Roman „Animal Farm“; die Diktatur der Schweine bediente sich exakt dieser Methoden. Die angeblich liberale Haltung der Kassenärztlichen Vereinigung ist weitgehende Fiktion . . .
Dr. Udo Schmitz, Robert-Bosch-Straße 7,
41812 Erkelenz
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