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Chirurgische Forschung: Konsequent durchdacht

Ein erster Gedanke lässt sich beim Anblick des Buches zunächst nicht abschütteln: Schon wieder ein Buch über chirurgische Forschung? Etliche Vorgängerexemplare zu diesem Thema waren doch geprägt durch die wissenschaftliche Tätigkeit der jeweiligen Autoren und Herausgeber und somit häufig eine relativ einseitige literarisch-wissenschaftliche Selbstfindung. Doch bereits beim ersten Blick in dieses qualitativ hochwertig aufgemachte Lehrbuch stellt man erfreut fest, dass das Thema chirurgische Forschung konsequent vom Anfang bis zum Ende durchdacht wurde.
Im ersten Kapitel werden Rahmenbedingungen unter Einschluss wesentlicher Eckpunkte wie Literatursuche, Entwicklung von Forschungskonzepten, Finanzierungsoptionen und wissenschaftliche Weiterbildung von Nachwuchschirurgen behandelt. Das zweite Kapitel ist der zell- sowie der molekularbiologischen Forschung gewidmet und trägt somit zwei prinzipiellen Forschungsansätzen Rechnung, die in den 80er- und 90er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts ihre Blüte erlebten und sich bis heute prosperierend weiterentwickeln. Im Kapitel drei werden wesentliche Punkte zur tierexperimentellen Forschung mit hohem detailliertem Informationsgehalt geschildert, bevor in Kapitel vier klinische Forschung, Qualitätssicherung und die wesentliche Säule der evidenzbasierten Chirurgie und klinische Studien aufgearbeitet werden. Das Kapitel fünf dient der Präsentation von aktuellen Forschungsschwerpunkten in allen Bereichen der operativen Medizin, wobei die größtenteils herausragenden Beiträge ihrem Anspruch als „State of the Art“-Darstellungen der verschiedenen wissenschaftlichen Schwerpunkte jederzeit gerecht werden. Im letzten Kapitel werden noch Grundlagen der Statistik vermittelt, damit Auswertung und Publikation der erzielten Ergebnisse gelingen. Es werden aber auch heiße Eisen angepackt, wie zum Beispiel Mehrfachpublikationen und das Problem des Interessenkonflikts.
Es ist eine Freude, durch dieses Buch zu blättern und intensiv nachzulesen, da alle Autoren den jeweilig von ihnen geschilderten Bereich kompetent und aufgrund ihrer großen Expertise auch glaubhaft vertreten. Die Struktur ist logisch durchdacht, übersichtlich angeordnet, und die Inhalte werden verständlich und anschaulich vermittelt. Hanns-Peter Knaebel

Manfred Georg Krukemeyer, Hans-Ullrich Spiegel (Hrsg.): Chirurgische Forschung. Thieme, Stuttgart, New York, 2005, 547 Seiten, gebunden, 79,95 €
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