ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2006Kraniopharyngeom im Kindes- und Jugendalter

MEDIZIN: Übersicht

Kraniopharyngeom im Kindes- und Jugendalter

Perspektiven in Diagnostik, Therapie und Nachsorge durch interdisziplinäre und multizentrische Kooperation

Childhood Craniopharyngioma – Recent Advances in Diagnosis and Treatment

Müller, Hermann L.; Sörensen, Niels

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LNSLNS Zusammenfassung
Einleitung: Kraniopharyngeome sind dysontogenetische Mittellinienfehlbildungen mit raumforderndem Charakter. Bei einer Inzidenz von 0,5 bis 2 Fälle pro eine Million, werden 30 bis 50 Prozent im Kindes- und Jugendalter manifest. Bei hoher Überlebensrate wird die Lebensqualität der Patienten durch ophthalmologische, neuropsychiatrische und endokrine Spätfolgen beeinträchtigt. Methode: In einer multizentrischen Querschnittsuntersuchung wurde die funktionelle Kapazität von 138 Kindern und Jugendlichen in Abhängigkeit von der gewählten Therapiestrategie untersucht. Die funktionelle Kapazität wurde erfasst mittels Fertigkeitenskala Münster-Heidelberg. Ergebnisse: Der FMH-Score bei der letzten Vorstellung lag für alle Patienten zwischen 50 und 46 Prozent und zeigte keine signifikante Abhängigkeit vom intendierten oder realisierten neurochirurgischen Resektionsgrad. Diskussion: Die Diskussion um die Behandlungsstrategie des Kraniopharyngeoms bleibt kontrovers. Eine fundierte Entscheidung über die optimale Strategie kann mangels prospektiv erhobener Daten zum jetzigen Zeitpunkt nicht sicher getroffen werden.
Dtsch Arztebl 2006; 103(40): A 2634–40.
Schlüsselwörter: Kraniopharyngeom, Adipositas, Lebensqualität, Strahlentherapie
Summary
Childhood Craniopharyngioma – recent advances in diagnosis and treatment
Introduction: Craniopharyngioma are benign, partly cysticembryogenic malformations of the sellar region, thought to be derived from Rathke's pouch epithelium. With an overall incidence of 0.5 to 2 new cases per million of the population per year, 30 to 50 per cent of all cases occur in childhood. Overall survival rates are high. However, quality of life (QoL) is substantially reduced in many survivors due to long term sequelae such as extreme obesity caused by eating disorders of hypothalamic origin, which occurs in up to 40 per cent of all cases. Methods: Multicentre cross sectional study of the functional capacity of 138 children and adolescents in relation to treatment strategy, using a validated instrument (the FMH). Results: FMH scores of between 50 und 46 per cent were displayed, with no significant association with either the intended or achieved degree of neurosurgical resection. Discussion: The treatment of craniopharyngioma remains controversial. An evidence based choice is currently impossible due to a lack of prospective data. Dtsch Arztebl 2006; 103(40): A 2634–40.
Key words: craniopharyngioma, obesity, quality of life, irradiation


Etwa 40 Kinder und Jugendliche erkranken pro Jahr in der Bundesrepublik Deutschland an einem Kraniopharyngeom. Die Diagnose wird trotz jahrelanger Beschwerden oft erst spät gestellt. Bei insgesamt guter Überlebensrate der Patienten verursacht dieser niedrig-gradig maligne Tumor durch seine anatomische Nähe zu Sehnerv, Hirnanhangsdrüse und Hypothalamus häufig gravierende Spätfolgen und eine ausgeprägte Einschränkung der Lebensqualität (1). In Anbetracht dieser Spätfolgen ist es zur Verbesserung der Prognose wichtig, die Diagnose frühzeitig zu stellen und neurochirurgische und strahlentherapeutische Behandlungsstrategien sowie Nachsorgekonzepte in einem multidisziplinären Team zu verbessern. Auf diesem Weg wurden in den letzten Jahren im Rahmen multizentrischer Kooperation Erfolge erzielt.
Epidemiologie und Pathologie
Das Kraniopharyngeom ist ein nichtglialer, intrakranieller, embryonaler Fehlbildungstumor, der mit einer Inzidenz von 0,5 bis 2 Fälle pro eine Million (entspricht 106 Fällen pro Jahr) auftritt, wobei 30 bis 50 Prozent der Fälle im Kindes- und Jugendalter manifest werden (1). Das Kraniopharyngeom repräsentiert 1,2 bis 4 Prozent aller intrakraniellen Tumoren im Kindesalter. Während es im Kindes- und Jugendalter meist einen adamantinösen histologischen Typ mit Zystenbildung ausbildet, wird der Tumor im Erwachsenenalter mit einem Häufigkeitsgipfel im Alter von 50 bis 75 Jahren und vornehmlich papillärem histologischem Typ diagnostiziert. Am Deutschen Kinderkrebsregister werden – entsprechend internationalen Richtlinien (2) – Kraniopharyngeome systematisch erfasst. Hierbei ist allerdings der Vollzähligkeitsgrad der Erfassung noch nicht zufriedenstellend hoch, um valide Inzidenzen berechnen zu können. Im Zeitraum von 1980 bis 2001 wurden die Daten von 385 Patienten dokumentiert, die an einem Kraniopharyngeom im Alter < 18 Jahre erkrankten. Davon waren 345 Patienten bei Diagnose jünger als 15 Jahre. Bezogen auf die Gruppe der zum Zeitpunkt der Diagnosestellung unter 15 Jahre alten Patienten (Geschlechterverhältnis 1 : 1) lag das Alter bei Diagnosestellung im Median bei acht Jahren und drei Monaten. Die Überlebenswahrscheinlichkeiten berechneten sich auf 93 Prozent nach drei, 91 Prozent nach fünf und 87 Prozent nach zehn Jahren Nachbeobachtungszeit. Patienten, die in den 1980er-Jahren erkrankten, hatten eine niedrigere Überlebenswahrscheinlichkeit (p < 0,05) als Patienten, die in den 1990er-Jahren diagnostiziert wurden (5-Jahres-Überlebens-Wahrscheinlichkeit: 88 Prozent versus 96 Prozent) (1).
Klinische Symptomatik
Das klinische Bild bei Erstdiagnose wird häufig von unspezifischen Symptomen eines gesteigerten intrakraniellen Drucks (Kopfschmerzen, morgendliches Nüchternerbrechen) dominiert. Weitere klinische Leitsymptome sind Sehstörungen (62 bis 84 Prozent) und endokrine Ausfälle (52 bis 87 Prozent). Endokrine Ausfälle betreffen die hypothalamisch-hypophysären Achsen für Wachstumshormon (75 Prozent) und Gonadotropine (40 Prozent); für das adreno-corticotrope Hormon (ACTH) und das Thyroidea-stimulierende Hormon (TSH), liegen sie bei 25 Prozent. Ein Diabetes insipidus neurohormonalis besteht präoperativ bei
17 Prozent der betroffenen Patienten. Die Auswertung der Vorgeschichten von Kraniopharyngeompatienten (Grafik 1) zeigt eine lange Anamnesedauer (1). Eine Analyse (3) der anthropometrischen Daten der Vorsorgeuntersuchungen von 90 Kindern mit Kraniopharyngeom ergab, dass eine pathologische Wachstumsrate bereits am Ende des ersten Lebensjahres als Frühsymptom nachweisbar war, während eine Gewichtszunahme eher als Spätsymptom kurz vor Diagnose des Kraniopharyngeoms auftrat (Grafik 2). Die Kombination der Leitsymptome: Kopfschmerzen, Sehstörung, Wachstumsstörung und Polydypsie/Polyurie sollte differenzialdiagnostisch den Verdacht auf ein Kraniopharyngeom nahe legen (1).
Bildgebende Diagnostik
Sowohl in der Computertomographie (CT) als auch Magnetresonanztomographie (MRT) sind Kraniopharyngeome als meist zystische Tumoren der intra- und/oder perisellären Region dargestellt. Die CT kann Verkalkungen, die in etwa 90 Prozent der Tumoren vorliegen, besser detektieren. In der MRT haben Kraniopharyngeome abhängig vom Eiweißgehalt der Zysten eine höchst variable Signalintensität. Solide Tumoranteile und Zystenmembranen sind im T1-Bild isointens mit häufig leicht heterogener Struktur. Die häufigste Lokalisation ist suprasellär mit intrasellärem Anteil. In circa 20 Prozent der Fälle lokalisiert sich das Kraniopharyngeom ausschließlich suprasellär, in circa fünf Prozent der Fälle ausschließlich intrasellär (4). Die Kombination von soliden, zystischen und verkalkten Tumoranteilen weist dabei auf die Artdiagnose des Tumors hin (Abbildung).
Operatives Vorgehen
Aufgrund einer tumorbedingten Liquorzirkulationsstörung liegt häufig präoperativ ein Hydrocephalus internus unterschiedlichen Ausmaßes vor. Hierbei ist die Tumorresektion die Therapie der ersten Wahl zur Wiederherstellung der freien Liquorpassage. Liquorableitende Operationen können erforderlich sein. Bei großzystischem Kraniopharyngeom, besonders im Säuglings- und Kleinkindalter, stellt die stereotaktische oder offene Katheterimplantation zur Druckentlastung gegebenenfalls mit Instillation sklerosierender Substanzen eine wichtige Therapieoption dar.
Die stereotaktische oder offen operative Implantation eines Zystenkatheters mit Reservoir hat ihre Bedeutung als passagere Maßnahme zur Zystenvolumenreduktion, die bei Kindern einen Aufschub von strahlentherapeutischen oder operativen Maßnahmen ermöglicht. Insbesondere bei Patienten mit großen raumfordernden Zysten und präoperativ deutlich eingeschränktem Visus wird ein zweizeitiges Vorgehen mit Zystendrainage und Druckentlastung zur Visusverbesserung und anschließender Resektion diskutiert (5). Der operative Zugangsweg wird im Wesentlichen bestimmt von der Lokalisation und Ausdehnung des Kraniopharyngeoms. Ein Standardweg für den operativen Zugang ist der rechts frontotemporale Zugang. Bei rein intrasellärer Ausdehnung des Kraniopharyngeoms empfiehlt sich der transsphenoidale Zugangsweg. Im Kindesalter ist aber meist wegen der intrakraniellen Ausdehnung des Tumors ein transkranieller Zugang zu wählen. Topographisch-anatomisch bedingt sind bei transsphenoidalem Zugang hypothalamische Funktionsstörungen nicht zu erwarten (6).
Der Versuch einer OP-mikroskopisch kompletten Resektion unter Wahrung der optischen und hypothalamisch-hypophysären Funktion stellt die Therapie der ersten Wahl bei günstiger Lokalisation dar (5). Bei ungünstiger Lokalisation wird diese Therapieoption kontrovers diskutiert und ist gegen eine geplante begrenzte Resektion (Biopsie, partielle/subtotale Resektion) mit anschließender Strahlentherapie abzuwägen. Die geplante radikale Resektion wird wegen operativ verursachter, vorwiegend hypothalamisch bedingter Folgeerkrankungen und der hohen Rezidivrate von 23 Prozent für Kleinkinder und Säuglinge trotz kompletter Resektion (5) in vielen Arbeiten kritisch bewertet. Nach subtotaler Resektion erleiden 71 Prozent der Patienten eine Progression des Tumorrestes. Die Progressionsrate nach subtotaler Resektion und nachfolgender Bestrahlung liegt bei 21 Prozent (7, 8). Eine inkomplette Resektion mit anschließender Strahlentherapie hat im Falle einer Tumorprogression für eine Reoperation aufgrund von Vernarbungsprozessen eine schlechtere Ausgangssituation als eine Rezidivoperation nach alleiniger Voroperation. Die Entscheidung über das mögliche Ausmaß der operativen Resektion wird intraoperativ vom Operateur getroffen.
Die Diskussion um die Behandlungsstrategie des Kraniopharyngeoms im Kindes- und Jungendalter (Intention zur primär radikalen Resektion versus Biopsie/partielle Resektion mit anschließender Strahlentherapie) bleibt aufgrund der publizierten Daten kontrovers. Eine fundierte Entscheidung über die optimale Strategie kann mangels prospektiv erhobener Daten zum jetzigen Zeitpunkt nicht sicher getroffen werden. Die multizentrische, prospektive Beobachtungsstudie von Kindern und Jugendlichen mit Kraniopharyngeom, „Kraniopharyngeom 2000“, leistet hier einen wichtigen Beitrag.
In die Kontroverse müssen die Spätfolgen und Lebensqualität der behandelten Patienten einbezogen werden. Eine Nachuntersuchung von Kindern mit Kraniopharyngeom, die OP-mikroskopisch radikal operiert wurden, ergab, dass die Lebensqualität der Patienten signifikant von der Erfahrung des operierenden Neurochirurgen abhing (9). In einer multizentrischen Querschnittsuntersuchung des Autors zur funktionellen Kapazität nach Kraniopharyngeom im Kindes- und Jugendalter mittels Fertigkeitenskala Münster-Heidelberg (FMH) (10) fanden sich keine signifikanten Unterschiede in Abhängigkeit von intendiertem oder erzieltem operativem Resektionsgrad (Tabelle 1).
Strahlentherapeutisches Vorgehen
Basierend auf den Erfahrungen der letzten Jahrzehnte wurden Empfehlungen (11, 12) zur strahlentherapeutischen Vorgehensweise erarbeitet (Tabelle 2). Die strahlentherapeutische Behandlung des Kraniopharyngeoms bedarf des Einsatzes optimaler Techniken. Die Zielvolumendefinition muss anhand der Bildkorrelation von CT und/oder MRT anhand der makroskopischen Raumforderung erfolgen. Der Sicherheitsabstand kann entsprechend der Auflösung und medizinischen Bildgebung knapp erfolgen und sollte bei entsprechender Lagerung 5 mm nicht überschreiten. An einzelnen anatomischen Strukturen wie beispielsweise Chiasma kann unter Berücksichtigung der Genauigkeit der Lagerung und der physikalischen und medizinischen Interpretationsgrenzen der zugrunde liegenden bildgebenden Verfahren ein geringerer Sicherheitsabstand gewählt werden. Bei Hypothalamusbeteiligung ist ein entsprechend größerer Sicherheitsabstand auch bei der MRT-Planung zu fordern. Zum Schutz der strahlenempfindlichen Strukturen und im Sinne eines maximal möglichen Dosisabfalls zu gesunden Strukturen, sind eine dreidimensionale Planung sowie Mehrfeldertechniken mit individuellen Feldformen (Kollimierung) zu fordern.
Die Erfahrungen mit stereotaktischer Gamma-Radiotherapie (Gamma-Knife) als Primär- oder Rezidivtherapie bei Kraniopharyngeom sind begrenzt. Aus strahlenbiologischen Gründen hat die stereotaktische Einzeitkonvergenzbestrahlung bei der Behandlung von Kraniopharyngeomen einen geringen Stellenwert. Als alternative experimentelle Therapieoption ist bei vorwiegend monozystischen Kraniopharyngeomrezidiven die stereotaktische Instillation von Radioisotopen zu diskutieren. Diese Behandlungsmethode ist jedoch auf zystische Kraniopharyngeome beschränkt und sollte nur bei Rezidiven nach Operation und nach perkutaner Strahlenbehandlung in Betracht gezogen werden.
Therapie bei Rezidiv oder Progression von Tumorrest/Zyste
Bei Tumorrezidiv kommen in Abhängigkeit von Lokalisation und Alter des Patienten sowie Wachstumsprogression eine erneute Resektion und/oder die strahlentherapeutische Behandlung infrage. Die Implantation eines Zystenkatheters mit subkutanem Reservoir eröffnet die Möglichkeit wiederholter Zystenentlastungen und schafft häufig nur vorübergehend eine Druckentlastung. Die radikale Resektion eines Kraniopharyngeomrezidivs wird erschwert durch lokale postoperative Veränderungen nach Primär-OP, die die Abgrenzbarkeit des Kraniopharyngeomrezidivs oder Resttumors gegenüber Gefäßen, Nerven und Hirngewebe erschweren. Die Instillation von sklerosierenden Substanzen in Kraniopharyngeomzysten, unter anderem Bleomycin, über einen stereotaktisch oder offen implantierten Zystenkatheter hat ihre Bedeutung als therapeutische Maßnahme bei vorwiegend zystischem Rezidiv und schwieriger anatomischer Situation hinsichtlich einer erneuten Resektion.
Spätfolgen und Lebensqualität
Ophthalmologische Befunde
In einer französischen Untersuchungsserie (5) boten 42 Prozent der Patienten eine Visuseinschränkung bei Diagnose eines Kraniopharyngeoms, in 17 Prozent mäßigen, in 25 Prozent schweren Ausmaßes. Bei der Augenhintergrundspiegelung findet sich zum Zeitpunkt der Diagnose eines Kraniopharyngeoms eine Papillenatrophie in 35 bis 45 Prozent der Fälle, häufiger noch als ein Papillenödem, das bei 20 bis 35 Prozent besteht. Eine Metaanalyse aus 23 publizierten Serien ergab eine Gesichtsfeldeinschränkung in Form der bitemporalen Hemianopsie in 36 Prozent der Fälle bei Diagnosestellung. Normalbefunde wurden bei 30 Prozent erhoben (5). Postoperative Verbesserungen des Visus fanden sich bei 66 Prozent nach kompletter Resektion und bei 46 Prozent nach subtotaler Tumorentfernung.

Neuropsychologische Defizite
Läsionen im Bereich des Hypothalamus werden mit emotionaler Labilität, Wutattacken, abnormen sexuellen Verhaltensweisen und Defiziten in der Gedächtnisleistung und intellektuellen Leistungsfunktionen in Zusammenhang gebracht. In der Literatur werden überwiegend normale Intelligenzquotienten nach Kraniopharyngeom-OP im Erwachsenenalter angegeben. Mehrere Untersuchungen von Kindern mit Kraniopharyngeom haben Störungen in den Bereichen Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Impulskontrolle, Motivation und Sozialisation in Abhängigkeit von einer Hypothalamusinfiltration durch das Kraniopharyngeoms ergeben. Longitudinale Untersuchungen zur Entwicklung der funktionellen Kapazität von Kraniopharyngeompatienten ergaben deutliche Defizite in Abhängigkeit von Tumorgröße und vom Vorliegen einer Hypothalamusbeteiligung (13, 14).

Endokrine Ausfälle
Unabhängig vom Grad der Resektion ist bereits in den ersten Tagen nach Operation in der überwiegenden Zahl (85 bis 95 Prozent) mit multiplen hypothalamisch-hypophysären Ausfällen bis hin zum Panhypopituitarismus zu rechnen. Eine vollständige Restitution präoperativ bestehender hormoneller Ausfälle wird nach Kraniopharyngeomresektion nur in Ausnahmefällen beobachtet (15). Ein non-reversibler Diabetes insipidus tritt bei 80 bis 93 Prozent nach OP-mikroskopisch kompletter Resektion auf (9), ein Wachstumshormonmangel in 75 Prozent der Fälle. Die Effektivität und Sicherheit einer Substitutionstherapie mit rekombinantem Wachstumshormon ist belegt.

Adipositas und Essstörungen
Essstörungen und Adipositas sind mit einer durchschnittlichen Rate von 40 bis 50 Prozent bei Kraniopharyngeompatienten zu beobachten (16). Die Störung hypothalamischer Strukturen, insbesondere Alterationen im Bereich des ventromedialen Hypothalamus durch den Tumor werden als wesentliche pathogenetische Faktoren für Hyperphagie und Fettsucht diskutiert. De Vile und Mitarbeiter (17) stuften den Grad der Hypothalamusbeteiligung mithilfe bildgebender Verfahren ein. Der Body-Mass-Index (BMI) betroffener Patienten war umso höher, je größer das Ausmaß der hypothalamischen Schädigung sich darstellte.
Roth und Mitarbeiter (18) untersuchten Serumleptinspiegel von Kraniopharyngeompatienten und fanden in Relation zum BMI signifikant erhöhte Leptinkonzentrationen bei Patienten mit suprasellären Tumoranteilen. Die fehlende Appetithemmung infolge einer Störung des Rückkopplungsprozesses zwischen dem in Fettzellen gebildeten Leptin und hypothalamischen Leptin-Rezeptoren wird postuliert. Bei vergleichbarer Kalorienaufnahme boten Kraniopharyngeompatienten ein deutlich reduziertes physisches Aktivitätsniveau in accelerometrischen Untersuchungen (19). Eine ausgeprägte Tagesmüdigkeit mit Störungen des Tag-Nacht-Rhythmus wurde bei adipösen Kraniopharyngeompatienten nachgewiesen (20). Tagesmüdigkeit und Adipositas der Patienten korrelierten mit niedrigen nächtlichen Melatoninspiegeln. Als pathogenetischer Mechanismus wird eine Störung der hypothalamischen Regulation der Melatoninrhythmik bei suprasellärem Kraniopharyngeom diskutiert. Lustig et al. (21) postulierten eine hypothalamische Enthemmung vagaler Efferenzen als Ursache einer gesteigerten Beta-Zellstimulation mit Hyperinsulinismus als Ursache der Adipositas. Die Therapie mit einem Somatostatinanalogon (Octreotide) zur Suppression der Betazell-Aktivität erzielte in einer randomisierten Doppelblindstudie allerdings nur eine mäßige Gewichtsreduktion (21).
Trotz viel versprechender Therapieansätze muss betont werden, dass derzeit keine anerkannte, kontrolliert geprüfte, medikamentöse Therapie für eine Adipositas von Kindern und Jugendlichen mit Kraniopharyngeom existiert.

Lebensqualität
Zur Lebensqualität der Patienten nach Behandlung eines Kraniopharyngeoms im Kindes- und Jugendalter existieren bislang keine prospektiven Untersuchungen. In einer retrospektiven Untersuchung zur funktionellen Kapazität mittels FMH wurden signifikant niedrigere Perzentilenränge für Kraniopharyngeompatienten im Vergleich zu einem altersentsprechenden Normalkollektiv nachgewiesen (22). Die funktionelle Kapazität (FMH) quantifiziert die Fähigkeit an alltäglichen, psychomotorischen Tätigkeiten teilzunehmen. Die ausgeprägte Adipositas der Patienten war verantwortlich für ihre niedrigere Selbsteinschätzung der funktionellen Kapazität.
Allgemeine Studienlage
Es gibt keine kontrollierten, randomisierten Studien zur Behandlung bei Kraniopharyngeom. Die Berichte in der Literatur beziehen sich überwiegend auf unizentrisch betreute, heterogene Patientenkollektive, die retrospektive aufgearbeitet wurden. Kurzgefasste interdisziplinäre Leitlinien zum Kraniopharyngeom im Kindes- und Jugendalter (12) sind unter www.awmf.org veröffentlicht.

Perspektiven
In Anbetracht der Seltenheit der Erkrankung ist es notwendig, Kinder- und Jugendliche mit Kraniopharyngeom national im Rahmen einer einheitlichen prospektiven Erhebung zu erfassen. Die Studie „Kraniopharyngeom 2000“ ist als Beobachtungsstudie im Rahmen des Behandlungsnetzwerks der Hirntumorstudien (HIT) konzipiert und erfasst Daten zum therapeutischen Vorgehen und zum postoperativen Ergebnis bei Kindern und Jugendlichen mit Kraniopharyngeom (11). Von Mai 2001 bis September 2005 wurden 88 Patienten neu gemeldet und in die prospektive Evaluation aufgenommen. Eine Zwischenauswertung der ereignisfreien Überlebensraten der Patienten zeigt häufige frühe Ereignisse im Sinne von Tumorprogression nach subtotaler Resektion und Rezidive nach kompletter Resektion in den ersten drei Jahren nach primärer Operation (Grafik 3). Eine hohe Rate an frühen Ereignissen nach Strahlentherapie (drei zystische, zwei solide Tumorprogresse) ließ sich auch für die Gruppe der strahlentherapierten Patienten (n = 16) nachweisen (Grafik 3b). Auswertungen zum Langzeitverlauf erfolgen nach entsprechender Nachbeobachtung.

Gefördert von der Deutschen Kinderkrebsstiftung, Bonn (www.kinderkrebsstiftung.de)

Der besondere Dank der Autoren gilt Frau Ursel Gebhardt für ihre Mithilfe bei der Verfassung des Manuskripts.

Interessenkonflikt
Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Comittee of Medical Journal Editors besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 10. 1. 2006, revidierte Fassung angenommen: 21. 2. 2006.


Anschrift für die Verfasser
PD Dr. med. Hermann L. Müller
Klinik für Allgemeine Kinderheilkunde, Hämatologie/Onkologie
Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin
Klinikum Oldenburg gGmbH
Dr.-Eden-Straße 10, 26133 Oldenburg
E-Mail: mueller.hermann@klinikum-oldenburg.de
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GRAFIK 1 Symptome in der Anamnese von Kindern und Jugendlichen mit Kraniopharyngeom: Häufigkeit, mit der Symptome in der Vorgeschichte angegeben werden (rote Säulen). Die blauen Säulen stellen die prozentuale Häufigkeit dar, mit der das entsprechende Symptom als Erstsymptom in der Vorgeschichte beobachtet wurde. Die mediane Dauer (Monate) des Intervalls zwischen Auftreten des ersten Symptoms und dem Zeitpunkt der Diagnosenstellung wird als Säulenbeschriftung dargestellt. Die Gesamtanamnesedauer lag im Median bei zwölf Monaten mit einer Spannweite von 0,01 bis 96 Monaten (modifiziert nach Müller HL, Kaatsch P, Warmuth-Metz M, Flentje M, Sörensen N: Kraniopharyngeom im Kindes- und Jugendalter – Diagnostische und therapeutische Strategien. Monatsschr Kinderheilkd 2003; 151: 1056–63, mit freundlicher Genehmigung des Springer Verlages).
Grafik 1
GRAFIK 1 Symptome in der Anamnese von Kindern und Jugendlichen mit Kraniopharyngeom: Häufigkeit, mit der Symptome in der Vorgeschichte angegeben werden (rote Säulen). Die blauen Säulen stellen die prozentuale Häufigkeit dar, mit der das entsprechende Symptom als Erstsymptom in der Vorgeschichte beobachtet wurde. Die mediane Dauer (Monate) des Intervalls zwischen Auftreten des ersten Symptoms und dem Zeitpunkt der Diagnosenstellung wird als Säulenbeschriftung dargestellt. Die Gesamtanamnesedauer lag im Median bei zwölf Monaten mit einer Spannweite von 0,01 bis 96 Monaten (modifiziert nach Müller HL, Kaatsch P, Warmuth-Metz M, Flentje M, Sörensen N: Kraniopharyngeom im Kindes- und Jugendalter – Diagnostische und therapeutische Strategien. Monatsschr Kinderheilkd 2003; 151: 1056–63, mit freundlicher Genehmigung des Springer Verlages).
GRAFIK 2 Analyse zu a) Body- Mass-Index (BMISDS [24]) und b) Körperlänge/- höhe (SDS, „standard deviation score“ [25]) bei Geburt (U1) im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen (U2: dritter bis zehnter Lebenstag, U3: dritte bis vierte Woche, U4: dritter bis vierter Monat, U5: sechster bis siebter Monat, U6: zehnter bis zwölfter Monat, U7: 21. bis 24. Monat, U8: 3,5 bis vier Jahre und U9: fünftes Lebensjahr), bei Diagnose (dgx), in jährlichen Intervallen nach Diagnose des Kraniopharyngeoms und bei letzter Vorstellung (n = 90) (modifiziert nach Müller HL, Emser A, Faldum A et al.: Longitudinal study on growth and body mass index before and after diagnosis of childhood craniopharyngioma. J Clin Endocrinol Metab 2004; 89: 3298–305. Mit freundlicher Genehmigung des Verlages The Endocrine Society.
Grafik 2
GRAFIK 2 Analyse zu a) Body- Mass-Index (BMISDS [24]) und b) Körperlänge/- höhe (SDS, „standard deviation score“ [25]) bei Geburt (U1) im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen (U2: dritter bis zehnter Lebenstag, U3: dritte bis vierte Woche, U4: dritter bis vierter Monat, U5: sechster bis siebter Monat, U6: zehnter bis zwölfter Monat, U7: 21. bis 24. Monat, U8: 3,5 bis vier Jahre und U9: fünftes Lebensjahr), bei Diagnose (dgx), in jährlichen Intervallen nach Diagnose des Kraniopharyngeoms und bei letzter Vorstellung (n = 90) (modifiziert nach Müller HL, Emser A, Faldum A et al.: Longitudinal study on growth and body mass index before and after diagnosis of childhood craniopharyngioma. J Clin Endocrinol Metab 2004; 89: 3298–305. Mit freundlicher Genehmigung des Verlages The Endocrine Society.
Abbildung: Gewichtsentwicklung und Lokalisation des Kraniopharyngeoms. Postoperativ besteht bei beiden Patientinnen ein Panhypopituitarismus. a) Die Patientin bot im MRT bei Diagnose einen nur kleinen Tumor d) und nach Operation über transsphenoidalen Zugangsweg normales Essverhalten und eine normale Gewichtsentwicklung; b) diese Patientin entwickelte eine ausgeprägte Adipositas aufgrund einer Essstörung c) bedingt durch die supraselläre, hypothalamische Infiltration des Kraniopharyngeoms. (modifiziert nach Müller HL, Kaatsch P, Warmuth-Metz M, Flentje M, Sörensen N: Kraniopharyngeom im Kindes- und Jugendalter – Diagnostische und therapeutische Strategien. Monatsschr Kinderheilkd 2003; 151: 1056–63. Mit freundlicher Genehmigung des Springer Verlages).
Abbildung
Abbildung: Gewichtsentwicklung und Lokalisation des Kraniopharyngeoms. Postoperativ besteht bei beiden Patientinnen ein Panhypopituitarismus. a) Die Patientin bot im MRT bei Diagnose einen nur kleinen Tumor d) und nach Operation über transsphenoidalen Zugangsweg normales Essverhalten und eine normale Gewichtsentwicklung; b) diese Patientin entwickelte eine ausgeprägte Adipositas aufgrund einer Essstörung c) bedingt durch die supraselläre, hypothalamische Infiltration des Kraniopharyngeoms. (modifiziert nach Müller HL, Kaatsch P, Warmuth-Metz M, Flentje M, Sörensen N: Kraniopharyngeom im Kindes- und Jugendalter – Diagnostische und therapeutische Strategien. Monatsschr Kinderheilkd 2003; 151: 1056–63. Mit freundlicher Genehmigung des Springer Verlages).
TABELLE 1 *1 Die funktionelle Kapazität wurde mittels Fertigkeitenskala Münster-Heidelberg (FMH) gemessen (10). *2 Der BMI der Patienten wird angegeben als Standard-Deviation-Score (SDS) nach Rolland-Cachera et al. (24). Angaben zum neurochirurgisch intendierten Resektionsgrad konnten in 135 Fällen (98 %) ausgewertet werden (a = p < 0,05, b = p < 0,01). Die Spannweite der Werte wird in Klammern angegeben. (modifiziert nach Müller HL, Kaatsch P,Warmuth-Metz M, Flentje M, Sörensen N: Kraniopharyngeom im Kindes- und Jugendalter – Diagnostische und therapeutische Strategien. Monatsschr Kinderheilk 2003; 151: 1056–63, mit freundlicher Genehmigung des Springer Verlages.)
Tabelle 1
TABELLE 1 *1 Die funktionelle Kapazität wurde mittels Fertigkeitenskala Münster-Heidelberg (FMH) gemessen (10). *2 Der BMI der Patienten wird angegeben als Standard-Deviation-Score (SDS) nach Rolland-Cachera et al. (24). Angaben zum neurochirurgisch intendierten Resektionsgrad konnten in 135 Fällen (98 %) ausgewertet werden (a = p < 0,05, b = p < 0,01). Die Spannweite der Werte wird in Klammern angegeben. (modifiziert nach Müller HL, Kaatsch P,Warmuth-Metz M, Flentje M, Sörensen N: Kraniopharyngeom im Kindes- und Jugendalter – Diagnostische und therapeutische Strategien. Monatsschr Kinderheilk 2003; 151: 1056–63, mit freundlicher Genehmigung des Springer Verlages.)
TABELLE 2 *1 modifiziert nach Müller HL, Sörensen N: Kraniopharyngeom im Kindes- und Jugendalter. In: Kurzgefasste interdisziplinäre Leitlinien 2004, Hrsg.: Schmitt-Thomas B, Deutsche Krebsgesellschaft e. V., 4. Auflage, München: W. Zuckschwerdt Verlag 2004; 491–8, mit freundlicher Genehmigung des Verlages. Die strahlentherapeutische Referenzbeurteilung „Kraniopharyngeom 2000“ wurde von Dr. F. Pohl, Klinik für Strahlentherapie, Universität Regensburg, und Prof. Dr. M. Flentje, Klinik für Strahlentherapie, Universität Würzburg realisiert.
Tabelle 2
TABELLE 2 *1 modifiziert nach Müller HL, Sörensen N: Kraniopharyngeom im Kindes- und Jugendalter. In: Kurzgefasste interdisziplinäre Leitlinien 2004, Hrsg.: Schmitt-Thomas B, Deutsche Krebsgesellschaft e. V., 4. Auflage, München: W. Zuckschwerdt Verlag 2004; 491–8, mit freundlicher Genehmigung des Verlages. Die strahlentherapeutische Referenzbeurteilung „Kraniopharyngeom 2000“ wurde von Dr. F. Pohl, Klinik für Strahlentherapie, Universität Regensburg, und Prof. Dr. M. Flentje, Klinik für Strahlentherapie, Universität Würzburg realisiert.
GRAFIK 3 Kaplan-Mayer- Analyse zur ereignisfreien Überlebenswahrscheinlichkeit (EFS) der 85 Kraniopharyngeompatienten, die bis 03/06 in der Studie „Kraniopharyngeom 2000“ prospektiv verfolgt wurden. a) Dargestellt wird EFS in Abhängigkeit vom Grad der Resektion. b) Die EFS nach Strahlentherapie für bestrahlte Patienten.
Grafik 3
GRAFIK 3 Kaplan-Mayer- Analyse zur ereignisfreien Überlebenswahrscheinlichkeit (EFS) der 85 Kraniopharyngeompatienten, die bis 03/06 in der Studie „Kraniopharyngeom 2000“ prospektiv verfolgt wurden. a) Dargestellt wird EFS in Abhängigkeit vom Grad der Resektion. b) Die EFS nach Strahlentherapie für bestrahlte Patienten.
1. Müller HL, Kaatsch P, Warmuth-Metz M, Flentje M, Sörensen N: Kraniopharyngeom im Kindes- und Jugendalter – Diagnostische und therapeutische Strategien. Monatsschr Kinderheilkd 2003; 151: 1056–63.
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