ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2006Mehr Wiederaufnahmen nach Krankenhausentlassung am Freitag: Spekulation
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LNSLNS Der Artikel von Nüssler et al. untersucht zwar eine interessante Frage an einem großen Kollektiv, in der Bewertung der Ergebnisse muss aber fast alles Spekulation bleiben, weil keine ausreichende Datenbasis des Einzelfalles vorlag beziehungsweise verwendet wurde. Die einfachste Erklärung für den „kritischen“ Freitag – nämlich den Wunsch des Patienten, das Wochenende zu Hause zu verbringen und zum Beispiel weitere Diagnostik und Therapie später folgen zu lassen – wird nicht diskutiert. Die Spekulation mangelnder ambulanter Versorgung nach einer Freitagsentlassung wird durch die Wochenenddaten klar widerlegt.
Ein weiterer kritischer Punkt ist die statistische Auswertung der Daten. Bei multiplen Vergleichen, wie sie offensichtlich hier angestellt wurden, muss das Signifikanzniveau entsprechend korrigiert werden. Hierüber war unter „Methoden“ nichts zu lesen. Insofern ist die Arbeit von Nüssler et al. eher als beschreibende Statistik zu werten, die Probleme bei der Interpretation erscheinen vergleichbar der historischen Untersuchung im Elsass zwischen Geburtenrate und Anzahl der Störche in Städten und Dörfern.

Prof. Dr. med. Klaus Haag
Breslauer Straße 17, 65830 Kriftel

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