ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2006Lutz Hammerschlag: Der Marathonmann

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Lutz Hammerschlag: Der Marathonmann

Dtsch Arztebl 2006; 103(40): A-2644 / B-2292 / C-2211

Flintrop, Jens

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Lutz Hammerschlag Foto: dpa
Lutz Hammerschlag
Foto: dpa
Seit dem 17. August steht der Tarifvertrag für die knapp 70 000 Ärzte an kommunalen Krankenhäusern; nach abschließenden viertägigen Marathonverhandlungen, wie es in der Presse hieß. Für Lutz Hammerschlag (56), Verhandlungsführer des Marburger Bundes (MB), ist der erzielte Kompromiss ein „gutes Fundament“, auf dem man aufbauen könne. Der MB habe sich als ernst zu nehmende Tarifpartei etabliert: „Irgendwann ist das Ende der Fahnenstange erreicht.“
Viele Ärzte sind hingegen enttäuscht vom Tarifabschluss. Zwar stimmten 87 Prozent für die Annahme des Vertrages – die meisten allerdings nur schweren Herzens. Sie hatten sich mehr erhofft. Beim MB sind deshalb viele böse Briefe und E-Mails eingegangen. Hammerschlag stellt sich der Kritik: „Ich kann die Ärzte ja verstehen. Besonders jene, die gegenüber dem BAT verlieren.“ Aber mehr sei einfach nicht drin gewesen. Im Vergleich zum TVöD und zum Verdi-Abschluss habe man Verbesserungen erzielt, betont Hammerschlag. Die Anwendung dieser Tarifverträge hätte den Ärzten gedroht, wenn die Verhandlungen des MB geplatzt wären.
Der gelernte Jurist hat gelernt, die Angriffe unzufriedener Ärzte nicht persönlich zu nehmen. Früher sei das anders gewesen, sagt er. Inzwischen habe er ein dickes Fell: „Man muss aufpassen, dass man sich nicht immer direkt angegriffen fühlt, weil man sich dann zu schnell verschleißt.“ Und Energie benötigt der MB-Marathonmann auch weiterhin. Aktuell verhandelt er neben den Details der VKA- und TdL-Tarifabschlüsse auch Tarifverträge mit Helios, der Charité, dem Krankenhaus-Arbeitgeberverband Hamburg und Vivantes. Aber seine beiden Kinder, zehn und zwölf Jahre alt, würden ihn immer noch wiedererkennen, scherzt Hammerschlag. Jens Flintrop
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