ArchivDeutsches Ärzteblatt PP10/2006Jugendliche Straftäter: Resozialisierung an erster Stelle

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Jugendliche Straftäter: Resozialisierung an erster Stelle

PP 5, Ausgabe Oktober 2006, Seite 438

Bühring, Petra

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LNSLNS Jugendliche im Strafvollzug sollten anders behandelt werden als erwachsene Straftäter. Oberste Priorität müssten der Erziehungs- und der Resozialisierungsgedanke haben, fordert das Diakonische Werk (DW) der Evangelischen Kirche in Deutschland. Es dürfe nicht passieren, dass die Jugendlichen durch im Gefängnis verbrachte Zeiten weiter ins Abseits gerieten. Diejenigen, die einmal auf die schiefe Bahn geraten seien, müssten so gut resozialisiert werden, dass sie nicht nach Haftentlassung wiederholt straffällig werden. Derzeit liegt die Rückfallquote bei knapp 80 Prozent. Das Bundesverfassungsgericht hatte im Juni in einem Grundsatzurteil gefordert, dass der Gesetzgeber bis Ende 2007 Regelungen zu schaffen habe, die auf die besonderen Anforderungen von Jugendlichen in Gefängnissen zugeschnitten sind. Solche Bestimmungen, die etwa Fragen des Besuchsrechts und des Rechts auf Bildung festlegen, gibt es bis heute nicht – anders als im Erwachsenenstrafvollzug. Aufgrund des Bundestagsbeschlusses, den Strafvollzug in die Verantwortung der Bundesländer zu übergeben, sind diese jetzt aufgerufen, gesetzliche Grundlagen für den Jugendstrafvollzug zu schaffen. Das DW hält neben Bildung ausreichende Sportmöglichkeiten, therapeutische Angebote und eine enge Kontaktpflege zur Familie für wichtig. PB
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