ArchivDeutsches Ärzteblatt PP10/20064 Fragen an… Prof. Dr. med. Harald Mau, Mitglied des Bundesvorstandes des NAV-Virchow-Bundes

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4 Fragen an… Prof. Dr. med. Harald Mau, Mitglied des Bundesvorstandes des NAV-Virchow-Bundes

PP 5, Ausgabe Oktober 2006, Seite 452

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Foto: Bernhard Eifrig
Foto: Bernhard Eifrig
DÄ: Herr Prof. Mau, Ende 1989 haben Sie maßgeblich zur Gründung des ersten freiheitlichen Ärzteverbandes in der damaligen DDR beigetragen. Verstanden Sie sich als Gegner des sozialistischen Systems?
Mau: Nein. Wir waren lediglich die Bevormundung satt. Mit der Gründung des Rudolf-Virchow-Bundes ging es uns nicht darum, dem bundesdeutschen System nachzueifern, sondern wir wollten den bestehenden Missständen innerhalb des staatlichen Gesundheitswesens abhelfen. Eine Kommerzialisierung des Gesundheitswesens oder eine Trennung des ambulanten vom stationären Sektor lehnten wir ab.

DÄ: Wie kam es zur Fusion des Virchow-Bundes mit dem NAV – Verband der niedergelassenen Ärzte?
Mau: Nach der Wiedervereinigung beider deutscher Staaten verloren wir als Ärzteverband der DDR unsere Existenzberechtigung. Wir brauchten einen Partner, einen, mit dem wir uns zusammentun können, ohne uns verbiegen zu müssen. Ein reiner Ostverein wollten wir nicht sein.

DÄ: Und da kam der NAV mit seinem damaligen Vorsitzenden Erwin Hirschmann ins Spiel?
Mau: Erwin Hirschmann und ich verstanden uns persönlich sehr gut, wir verfolgten gemeinsame Denkansätze. Eine unserer größten Gemeinsamkeiten war das Thema Polikliniken. Wir waren derselben Ansicht, dass Kooperationen zwischen Ärzten innerhalb einer Poliklinik sinnvoller und effizienter sind als Einzelpraxen. Außerdem war keine der anderen Ärzteorganisationen im Westen zu einer gleichberechtigten Partnerschaft bereit.

DÄ: Wie bewerten Sie die Fusion rückblickend?
Mau: Wir haben das erreicht, was unter den damaligen Bedingungen zu erreichen war. Verbandsrechtlich war unsere Fusion die einzige, die nach der Wende erfolgt ist. Und darauf sind wir besonders stolz.
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