ArchivDeutsches Ärzteblatt PP10/2006Therapieziele: Symptomreduktion und Sozialkompetenz

Referiert

Therapieziele: Symptomreduktion und Sozialkompetenz

MS

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Die Therapieziele von Psychotherapeuten standen im Mittelpunkt einer Untersuchung, die Psychologen am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf durchgeführt haben. Die Forscher werteten 1 192 Abschlussberichte von stationären Psychotherapien an 999 psychosomatischen Kliniken und 193 Suchtkliniken in Deutschland aus und identifizierten 7 157 Therapieziele, von denen 6 452 Ziele 21 Kategorien zugeordnet werden konnten. Neun Ziele wurden unter dem Überbegriff „psychosozial“ zusammengefasst (Symptomreduktion, emotionale Aspekte, Motivation). Von den restlichen bildeten jeweils vier Ziele die Kategorien „somatisch“ (vegetative Beschwerden, Risikofaktoren), „edukativ“ sowie „Aktivität/Beteiligung“. Es zeigte sich, dass je nach Erkrankung, Kliniktyp und psychotherapeutischer Schule andere Therapieziele vorrangig waren. So standen in der Kategorie „psychosozial“ bei der Behandlung depressiver Patienten die Ziele „Zukunftsperspektive, intrapsychische und biografische Aspekte“ im Vordergrund, bei Patienten mit Angsterkrankungen hingegen „Symptomreduktion“. Die Behandlung in psychosomatischen Kliniken strebte häufiger „Symptomreduktion“ und die Befassung mit „intrapsychischen Aspekten“ an, während in Suchtkliniken mehr Wert auf „Akzeptanz der Realität“ und Erwerb „sozialer Kompetenzen“ gelegt wurde. ms

Dirmaier J, Harfst T, Koch U, Schulz H: Therapy Goals in Inpatient Psychotherapy: Differences Between Diagnostic Groups and Psychotherapeutic Orientations. Clin. Psychol. Psychother. 2006; 1/2: 34–46.

Jörg Dirmaier, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Zentrum für Psychosoziale Medizin, Institut und Poliklinik für Medizinische Psychologie, Martinistraße 52, Haus S 35, 20246 Hamburg, E-Mail: dirmaier@uke.uni-hamburg.de
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema