ArchivDeutsches Ärzteblatt PP10/2006Psychotherapie der Sucht. Methoden, Komorbidität und klinische Praxis

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Psychotherapie der Sucht. Methoden, Komorbidität und klinische Praxis

Schuhler, Petra; Vogelgesang, Monika

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Suchttherapie: Wertvolle Impulse
Mehrere Autoren geben Einblick in die langjährige Therapieerfahrung der Reha-Suchtklinik Münchwies und stellen Behandlungsansätze vor, die sich in der Praxis bewährt haben. Im ersten Teil des Bandes wird auf die Entwicklung der Suchttherapie eingegangen, die ursprünglich von einer therapeutischen Resignation gegenüber der Sucht gekennzeichnet war. Erst die sozialversicherungsrechtliche Anerkennung der Sucht als Erkrankung im Jahr 1968 führte dazu, dass immer bessere Therapieansätze entwickelt werden konnten, die den Suchtkranken eine deutlich bessere Erfolgsaussicht bieten als noch vor wenigen Jahrzehnten.
Im zweiten Teil des Buches werden verschiedene Methoden in der psychotherapeutischen Suchtbehandlung dargestellt: die kognitive Verhaltenstherapie, der gesprächspsychotherapeutische Ansatz, die körperorientierte Psychotherapie sowie imaginative Verfahren. Hierzu werden jeweils das theoretische Modell sowie therapeutische Vorgehensweisen und -techniken beschrieben.
Der dritte Teil befasst sich mit der Komorbidität bei Suchterkrankungen und deren psychotherapeutischen Behandlung: Essstörung, chronische Schmerzkrankheit, Persönlichkeitsstörung, frauenspezifische Aspekte sowie deren Zusammenspiel mit Sucht werden betrachtet. Aber auch das Problem der Motivierung abhängiger Patienten oder aktuelle Themen, wie der Einfluss von Problemen am Arbeitsplatz auf Sucht, werden thematisiert. Für jedes komorbide Störungsbild werden ausführlich die spezifische Problematik sowie deren Zusammenhang mit süchtigem Verhalten dargestellt. Es folgen Theorien der Entstehung aus unterschiedlichen Blickwinkeln und praxiserprobte Behandlungsstrategien.
Der Band versteht sich als Handbuch für Psychotherapeuten, die in der Suchttherapie tätig sind. Insbesondere die Darstellung der komorbiden Störungsbilder und deren Therapie können bereichern. Allerdings wäre eine weniger theoretische dafür praxisnahe Darstellung der Störungen und Therapieansätze (vor allem auch der ambulanten) wünschenswert, sodass ein besserer Transfer in die eigene Tätigkeit möglich wäre. Werner Gross

Petra Schuhler, Monika Vogelgesang (Hrsg.): Psychotherapie der Sucht. Methoden, Komorbidität und klinische Praxis. Pabst Science Publishers, Lengerich u. a., 2006, XVI, 483 Seiten, kartoniert, 35 €
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