ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2006Radionuklidtherapie bei entzündlichen Gelenkerkrankungen: Differenzierterer Einsatz
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LNSLNS Die Autoren stellen in ihrer Arbeit Indikationen und Kontraindikationen der Radiosynoviorthese (RSO) dar. Speziell mit diesem Thema beschäftigt sich auch eine im Januar 2006 erschienene Stellungnahme der Kommission Pharmakotherapie der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (1). Ein zentrales Problem bei der Bewertung der vorliegenden und von den Autoren zitierten Studien stellt die gemeinsame Betrachtung von Behandlungen unterschiedlicher Gelenke bei nicht einheitlichen Diagnosen dar. Die Interpretation der Ergebnisse wird noch dadurch erschwert, dass zum Teil gleichzeitige Glucocorticoid-Injektionen erfolgten.
In mehreren Studien zeigte sich bei der Behandlung der Osteoarthrose eine deutlich geringere Wirksamkeit als bei Patienten mit rheumatoider Arthritis (Besserung in 50 versus 80 Prozent der Fälle). Für den Einsatz dieser Behandlung bei Kristallarthropathien muss die Datenlage als nicht ausreichend eingeschätzt werden. Weder die Osteoarthrose noch die Kristallarthropathie sind in Deutschland als Indikationen bei der Radiosynoviorthese zugelassen. Die villonoduläre Synovialitis und die Hämophilie stellen nicht an sich, sondern nur nach erfolgter Operation und zur Blutungsprophylaxe eine Indikation für die RSO dar.
Für die Radiosynoviorthese-Therapie wurden Chromosomenschäden an Lymphozyten beschrieben (2), die unter anderem von den unterschiedlichen Abflutungseigenschaften der einzelnen Zubereitungen sowie dem Grad der Immobilisation des jeweiligen Gelenks (3) beeinflusst werden. In der Arbeit wird die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin für die Radiosynoviorthese aus dem Jahr 1999 gut wiedergegeben. Wir halten jedoch einen differenzierteren Einsatz dieser Therapie für angezeigt.

1. Seidel W und die Kommission Pharmakotherapie der DGRh: Radiosynoviorthese. Z Rheumatol 2006, 65: 239–44.
2. Gumpel JM, Stevenson AC: Chromosomal damage after intra-articular injection of different colloids of yttrium 90. Rheumatol Rehabil 1975; 14: 7–12.
3. Gratz S, Göbel D, Behr TM, Herrmann A, Becker W: Correlation between radiation dose, synovial thickness, and efficacy of radiosynoviorthesis. J Rheumatol 1999; 26: 1242–9.

Dr. med. Wolfram Seidel
Medizinische Klinik IV, Universitätsklinikum Leipzig
Liebigstraße 22, 04103 Leipzig
Dr. med. Susanne Reiter
Dr. med. Johannes Pohly
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte
Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, 53175 Bonn
1.
Seidel W und die Kommission Pharmakotherapie der DGRh: Radiosynoviorthese. Z Rheumatol 2006, 65: 239–44. MEDLINE
2.
Gumpel JM, Stevenson AC: Chromosomal damage after intra-articular injection of different colloids of yttrium 90. Rheumatol Rehabil 1975; 14: 7–12. MEDLINE
3.
Gratz S, Göbel D, Behr TM, Herrmann A, Becker W: Correlation between radiation dose, synovial thickness, and efficacy of radiosynoviorthesis. J Rheumatol 1999; 26: 1242–9. MEDLINE
1. Seidel W und die Kommission Pharmakotherapie der DGRh: Radiosynoviorthese. Z Rheumatol 2006, 65: 239–44. MEDLINE
2. Gumpel JM, Stevenson AC: Chromosomal damage after intra-articular injection of different colloids of yttrium 90. Rheumatol Rehabil 1975; 14: 7–12. MEDLINE
3. Gratz S, Göbel D, Behr TM, Herrmann A, Becker W: Correlation between radiation dose, synovial thickness, and efficacy of radiosynoviorthesis. J Rheumatol 1999; 26: 1242–9. MEDLINE

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