ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2006Radionuklidtherapie bei entzündlichen Gelenkerkrankungen: Schlusswort
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LNSLNS Die Radiosynoviorthese (RSO) ist eine lokale Bestrahlung der entzündlichen Gelenkerkrankung, unabhängig von der Grunderkrankung, und keine spezifische Therapie für Patienten mit chronischer Polyarthritis. Je nach Gelenkzustand (nicht Grunderkrankung!) sind nach der RSO bei circa 40 bis 80 Prozent der Patienten innerhalb von drei bis vier Monaten eine subjektive Verbesserung sowie ein Rückgang der entzündlichen Symptome wie Schmerzen und Schwellung zu erwarten (1, 2), wobei die Wirkung dieser Therapie in der Regel positiv mit der entzündlichen Komponente korreliert. Die RSO kann bei einer aktivierten Arthrose mit begleitender Synovialitis und/oder mit Reizerguss durch Beseitigung der entzündlichen Komponente mehr Schmerzlinderung und Bewegungsfreiheit des behandelten Gelenkes bewirken als bei einer fortgeschrittenen Arthritis bei chronischer Polyarthritis mit überwiegend degenerativer Komponente.
Wir sind mit Seidel et al. einig, dass die Indikationsstellung für eine RSO immer von einem rheumatologisch versierten Kliniker und dem Nuklearmediziner gestellt werden sollte. Der Nuklearmediziner trägt jedoch nach Strahlenschutzverordnung die Verantwortung für Indikation und Durchführung bei der RSO (1).
Chromosomenschäden an Lymphozyten werden nicht nur nach einer RSO, sondern auch nach Gabe von Phenylbutazon beobachtet, sodass dies nicht als spezifisch für die RSO gedeutet werden kann. Nach einer aktuellen Arbeit ist das Krebsrisiko nach einer RSO mit Y-90 nicht erhöht (3).
Wie von Seidel et al. erwähnt, halten wir einen differenzierten Einsatz der RSO für angezeigt. Hierbei hat sich eine prätherapeutische 3-Phasen-Skelettszintigraphie zur Spezifizierung der Diagnose (1) und Beurteilung der entzündlichen Aktivität des zu behandelnden Gelenkes bewährt.

1. Farahati J, Reiners C, Fischer M et al.: Leitlinie für die Radiosynoviorthese. Nuklearmedizin 1999; 38: 254–5.
2. Qualitätssicherung in der Rheumatologie. Hrsg: Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie, Kommission für Qualitätssicherung. Darmstadt: Steinkopff Verlag 1997.
3. Vuorela J, Sokka T, Pukkala E, Hannonen P: Does yttrium radiosynovectomy increase the risk of cancer in patients with rheumatoid arthritis? Ann Rheum Dis 2003; 62: 251–3.

PD Dr. med. Jamshid Farahati
Klinik für Nuklearmedizin und Radiologie
Bethesda Essen, Bocholder Straße 11, 45355 Essen

Prof. Dr. med. Peter Schneider
Prof. Dr. med. Christoph Reiners
Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin
Universitätsklinikum Würzburg
Josef-Schneider-Straße 2, 97080 Würzburg

Interessenkonflikt
Dr. Seidel hat Vortragshonorare von Schering erhalten. Die anderen Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.
1.
Farahati J, Reiners C, Fischer M et al.: Leitlinie für die Radiosynoviorthese. Nuklearmedizin 1999; 38: 254–5. MEDLINE
2.
Qualitätssicherung in der Rheumatologie. Hrsg: Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie, Kommission für Qualitätssicherung. Darmstadt: Steinkopff Verlag 1997.
3.
Vuorela J, Sokka T, Pukkala E, Hannonen P: Does yttrium radiosynovectomy increase the risk of cancer in patients with rheumatoid arthritis? Ann Rheum Dis 2003; 62: 251–3. MEDLINE
1. Farahati J, Reiners C, Fischer M et al.: Leitlinie für die Radiosynoviorthese. Nuklearmedizin 1999; 38: 254–5. MEDLINE
2. Qualitätssicherung in der Rheumatologie. Hrsg: Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie, Kommission für Qualitätssicherung. Darmstadt: Steinkopff Verlag 1997.
3. Vuorela J, Sokka T, Pukkala E, Hannonen P: Does yttrium radiosynovectomy increase the risk of cancer in patients with rheumatoid arthritis? Ann Rheum Dis 2003; 62: 251–3. MEDLINE

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