EBM-Ratgeber

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Dtsch Arztebl 2006; 103(41): A-2744 / B-2384 / C-2296

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LNSLNS Wann können die Leistungen des Abschnittes 1.1 des EBM – Besondere Inanspruchnahme des Vertragsarztes durch einen Patienten – berechnet werden, wann nicht? (Teil 2)
In der vorigen Ausgabe des EBM-Ratgebers wurden die Grundsätze der Berechnungsfähigkeit der Leistungen der besonderen Inanspruchnahme des Abschnitts 1.1 des EBM vorgestellt. An einigen Beispielen soll die Berechnungsfähigkeit jetzt dargestellt werden:

1. Findet eine reguläre Samstagsprechstunde statt und es sind um 14 Uhr noch drei Patienten im Wartezimmer, so handelt es sich bei deren Behandlung um Sprechstundentätigkeit, nicht um eine „unvorhergesehene Inanspruchnahme“ nach der Nr. 01100, auch wenn die Frist für die normale Sprechstunde um 14 Uhr endet. Die Leistung nach der Nr. 01102 ist in diesen Fällen berechenbar, auch wenn die eigentliche Versorgung erst nach 14 Uhr stattfindet.
2. Bei einer regulären Samstagsprechstunde mit stringentem Bestellsystem stellt sich im Verlauf der Sprechstunde ein Patient mit akuten Beschwerden vor. Es handelt sich dabei um eine reguläre Sprechstundentätigkeit, auch wenn der Patient unvorhergesehen gekommen ist. Auch hier kann nicht die Leistung nach der 01100, sondern lediglich die Leistung nach der Nr. 01102 berechnet werden.
3. Findet in einer Praxis samstags eine Sprechstunde mit fest vereinbarten Terminen zur alleinigen Erbringung von IGeL-Leistungen statt, so ist bei der Behandlung eines zwischen 7 Uhr und 14 Uhr in der Praxis eintreffenden GKV-Patienten eine Sprechstundentätigkeit gegeben. Es handelt sich somit auch hier nicht um eine „unvorhergesehene Inanspruchnahme“ entsprechend der Leistung nach der Nr. 01100, sondern um eine Inanspruchnahme im Rahmen der Leistung nach der Nr. 01102.
4. Nach einer regulären Samstagsprechstunde sind um 14.30 Uhr noch zwei Patienten im Wartezimmer, die bereits vor 14 Uhr angenommen worden sind. Ein zusätzlicher Patient mit akuten Beschwerden kommt um 14.30 Uhr in die Praxis und wird behandelt. Bei diesem Patienten kann eine „unvorhergesehene Inanspruchnahme“ nach der Nr. 01100 berechnet werden, bei den beiden wartenden erstgenannten Patienten ist nur die Leistung Nr. 01102 berechenbar (s.o.).

Die Beispiele werden in der nächsten Folge fortgesetzt. KBV
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