SUPPLEMENT: PRAXiS

GEZ-Gebühren: Schikane

Dtsch Arztebl 2006; 103(40): [1]

Flintrop, Jens

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LNSLNS Auf die freiberuflich tätigen Ärzte kommt eine weitere finanzielle und vor allem bürokratische Belastung zu: Ab dem 1. Januar 2007 sollen PC-Besitzer mit Internetzugang Rundfunkgebühren zahlen, wenn sie nicht bereits ein Fernsehgerät bei der GEZ angemeldet haben. Betroffen sind demnach auch alle Arztpraxen, in denen internetfähige Computer stehen. Zunächst war für jeden PC die gleiche Gebühr wie für Fernseher vorgesehen, nämlich 17,03 Euro monatlich. Immerhin: Da keine vollwertigen Fernseh-, dafür aber zahlreiche Radiosender über das Internet zu empfangen sind, wurde die Gebühr auf das Niveau für Radios reduziert. Diese beträgt „nur“ 5,52 Euro.
Bezogen auf die Arztpraxen wird somit unterstellt, dass den Ärzte neben der Patientenversorgung Zeit bleibt, um fernzusehen und/oder Radio zu hören. Dies ist umso ärgerlicher, weil die Politik ja nicht nur dafür verantwortlich ist, dass die Arbeitsverdichtung und die Dokumentationsanforderungen der Vertragsärzte seit Jahren ständig zunehmen, vielmehr werden die Ärzte darüber hinaus mit der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte indirekt dazu verpflichtet, mit ihren Praxiscomputern online gehen zu können.
Fairer und vor allem zielgenauer wäre es, wenn die Rundfunkanstalten ihr Radioangebot verschlüsselten und nur bei Nutzung, etwa per Kennwort für GEZ-Gebührenzahler, kostenpflichtig machten. Jens Flintrop

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