SUPPLEMENT: PRAXiS

Mobile Health: Praxistest bestanden

Krüger-Brand, Heike E.

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Foto: Ericsson
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Im EU-Projekt „HealthService24“ wurden Funktionsfähigkeit und Akzpetanz von Mobilfunktechnologien beim Monitoring chronisch Kranker untersucht.

Über einen Zeitraum von zehn Monaten haben drei Krankenhäuser in Barcelona, Enschede und auf Zypern im Rahmen des von Ericsson koordinierten EU-Projekts „HealthService24“ ein funkvernetztes Patientenmonitoring-System an verschiedenen Patientengruppen getestet (www.health service24.com). Teilnehmer waren Herzpatienten (Zypern), Patienten mit COPD (Barcelona) und Frauen mit Risikoschwangerschaften (Enschede). Das Resultat: Telemonitoring bringt erhebliche Erleichterungen für Arzt und Patient und ermöglicht Kosteneinsparungen von bis zu 38 Prozent. Die erforderliche Technik ist inzwischen ausgereift.
Die verwendete Telemonitoring-Lösung, die bereits im EU-Vorläuferprojekt „MobiHealth“ (www.mo bihealth.org) entwickelt und weiter optimiert wurde, umfasst ein flexibles „Body Area Network“ (Sensoren zur Erfassung der Vitalfunktionen). Je nach Einsatzgebiet wurden Herzrhythmus, Muskelaktivität, Atmung und Körpertemperatur mit den Sensoren gemessen und überwacht. Die Körperdaten wurden automatisiert per Bluetooth an ein Handy oder eine Kommunikationsbox übertragen, über das sie per Mobilfunk (GPRS/UMTS) in Echtzeit an ein medizinisches Zentrum oder eine Arztpraxis übermittelt wurden. Hinzu kommt eine Software zur Analyse und Darstellung der Daten für den betreuenden Arzt und den Patienten.
Gemeinsam ist den am Projekt beteiligten Patientengruppen, dass sie bislang längere Zeit zur Überwachung im Krankenhaus verbringen mussten. Durch das Telemonitoring können sie dagegen in ihrer gewohnten Umgebung bleiben und dennoch sicher sein, dass sie im Notfall schnell medizinische Hilfe erhalten. Das mobile Monitoring verbessert auch den Umgang der Patienten mit ihrer Krankheit. Beispiel COPD: Die betroffenen Patienten gaben an, dass sie dadurch nach dem Ende der Studie mehr über ihre Erkrankung wussten und ihren Zustand besser einschätzen konnten als beim Teilnahmestart (58 Prozent gegenüber 27 Prozent). Die Rate der Patienten, die sich selbstständig ohne fremde Hilfe versorgen können, stieg von 48 Prozent vor auf 81 Prozent nach der Studie. 90 Prozent der teilnehmenden Herzpatienten beurteilten die Lösung positiv und als mindestens vergleichbar oder besser zur herkömmlichen Versorgung.
Ärzte und Pflegekräfte in den Krankenhäusern gaben an, dass die Monitoring-Lösung gut in die vorhandenen Systeme integriert werden konnte. Da die Daten über einen zentralen Server und bestehende Netze übertragen werden, bleiben die Investitionskosten für die Einrichtungen überschaubar.
Der Markt für mobile Gesundheitslösungen soll 2010 allein in Deutschland auf 1,4 bis 2 Milliarden Euro steigen. Die Firma Ericsson sieht ein großes Marktpotenzial für mobile Monitoringsysteme und will nach dem positiven Projektverlauf die Vermarktung ihres Systems EMH (Ericsson Mobile Health) weiter vorantreiben. „Unsere webbasierte, offene Plattform lässt sich flexibel für verschiedene Krankheitsbilder konfigurieren und ist inzwischen auch CE-zertifiziert“, betonte Rainer Herzog, Ericsson. Noch Ende 2006 soll auch die Überwachung von Diabetespatienten möglich sein. Heike E. Krüger-Brand
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