ArchivDÄ-TitelSupplement: PRAXiSSUPPLEMENT: PRAXiS 4/2006Brustkrebs: Software für das Case Management

SUPPLEMENT: PRAXiS

Brustkrebs: Software für das Case Management

Krüger-Brand, Heike E.

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Foto: Beta-Institut
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Das mammaNetz, eine Begleitstelle für Brustkrebspatientinnen, und die Universität Augsburg haben im Rahmen der integrierten Versorgung (IV) ein Software-Tool für das Case Management entwickelt. Der „Case Management Assistant“ (CMA) unterstützt Case-Manager/innen bei der Verlaufsdokumentation auf zwei Ebenen – bei der Betreuung von Patientinnen und bei der Arbeit mit Netzwerkpartnern. Die Softwarelösung ist als eine elektronische Patienten- und Netzwerkpartner-Akte konzipiert. Über eine übersichtlich strukturierte Benutzeroberfläche lassen sich die medizinischen und die für die Betreuung relevanten Daten im Laufe des Case-Management-Prozesses sukzessive dokumentieren und statistisch auswerten. So sind beispielsweise Kosten je Patientin, Leistung pro Case-Managerin und durchschnittliche Dauer der Begleitung abrufbar. Für die tägliche Arbeit hilfreich ist ein Zeitstrahl, auf dem die Case-Managerin direkt den Stand des Prozesses erfasst. Abgebildet werden dort unter anderem Diagnose, Kontakte zur Patientin, Klinikaufenthalte, Hilfepläne und ambulante Behandlungen. Eine Reminding-Funktion erinnert die Case-Managerin an notwendige Nachfass-Kontakte und wichtige Termine. Zeit- und Kostenerfassung sind ebenfalls integriert.
Sämtliche Netzwerkpartner werden im CMA erfasst und sind – durch Verknüpfung mit den Patientinnen-Kontakten – statistisch auswertbar. Damit ist der CMA auch ein Werkzeug zur Qualitätssicherung und Prozessoptimierung und dient zur Steuerung von Patientenpfaden.
Das mammaNetz wurde vom Beta-Institut als Modellprojekt in Augsburg aufgebaut und wissenschaftlich evaluiert. Das Besondere des Konzepts besteht darin, dass Patientinnen von der Diagnose bis zur Nachsorge und gegebenenfalls auch in der Palliativphase betreut und dabei mit allen notwendigen Helfern vernetzt werden. Inzwischen unterstützen 26 Krankenkassen das Projekt über IV-Verträge. Eine erste Studie hat die Machbarkeit und Nutzeneffekte des Projektes nachgewiesen (Informationen unter www.mam manetz.de/fachinfo.php), eine detaillierte Kosten-Nutzen-Analyse wird zurzeit vorbereitet. Darüber hinaus wird auch die Einbeziehung von Apotheken in das Modell erprobt und in einer Studie bis 2007 ausgewertet. Nach der Entwicklung im Modellprojekt Augsburg soll der CMA außerdem für weitere Begleitstellen adaptiert werden. Möglich ist der Einsatz der Softwarelösung auch für andere Patientenbegleitmodelle, die ein Case Management anwenden. KBr
Informationen: Beta-Institut, mammaNetz-Projektleiterin Andrea Thorenz, Kobelweg 95, 86156 Augsburg, Telefon: 08 21/4 50 54-1 62, Internet: www.mammanetz.de
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